Pierre Boulez dirigiert Wagner und Liszt – Mit Daniel Barenboim
Staatskapelle Berlin
Besetzung
Programmhinweise
In der Philharmonie Essen übergibt der designierte Dirigent der Staatskapelle Berlin, Daniel Barenboim, der bei diesem Konzert als Klaviersolist auftritt, seinen Taktstock an Pierre Boulez für ein Programm mit Werken von Wagner und Liszt als Höhepunkt des Ruhr Klavierfestivals.
Die beiden unbestrittenen Dirigenten feiern bei diesem Konzert eine langjährige Freundschaft und eine großartige künstlerische Zusammenarbeit. Denn erstmals im Jahr 1964 hatte Pierre Boulez auch eine seiner Kompositionen uraufgeführt, indem er die Berliner Philharmoniker dirigierte, bei denen der junge Daniel Barenboim im Alter von 21 Jahren spielte.
Vor allem bekannt für seine Kompositionen und Aufführungen von Werken des modernen und zeitgenössischen Repertoires und nachdem er seine ersten Werke zu einer Art Labor für eine neue musikalische Sprache gemacht hatte, offenbart Pierre Boulez hier einen neuen Teil seines Schaffens, indem er das romantische Repertoire aufführt, das er selten dirigiert. Dabei scheint er Wagner perfekt zu verstehen und haucht Liszts Werken neues Leben ein. Der israelische Dirigent Daniel Barenboim hingegen ist mit diesem Repertoire vertraut: Er hat insbesondere mehrere Wagner-Opern in Bayreuth dirigiert.
Für dieses Konzert, das auch Franz Liszts 200. Geburtstag feiert, spielt Daniel Barenboim zwei Klavierkonzerte dieses „Paganini des Klaviers“. Der junge Liszt war tatsächlich von der unglaublichen technischen Meisterschaft Paganinis am „Königinneninstrument“ der Romantik geblendet. Er versuchte, in seinen Kompositionen dieselbe Virtuosität des Klaviers wiederzufinden. Sein Werk wird später einige Strömungen der modernen Musik beeinflussen.
Es werden auch zwei bedeutende Werke von Wagner aufgeführt, die Ouvertüre zu seinem Faust – ein Thema, das Liszt später in seiner Faust-Symphonie aufgreifen wird – und das Siegfried-Idyll, ein Werk, das tief vom Leben des Komponisten geprägt ist. Wagner komponierte es nach der Geburt seines Sohnes Siegfried im Jahr 1869 und widmete es seiner zweiten Frau Cosima, die zugleich Liszts jüngste Tochter war. Wagner, der große Bewunderung für Liszt hegte, sagte zu ihm, als er die Partitur der Walküre erhielt: „Mein lieber Richard, du bist wirklich ein göttlicher Mann! Und ich finde Glück darin, zu fühlen, was du beim Komponieren empfunden hast, und deinem Beispiel zu folgen.“
Von der Bewunderung Wagners für Liszt bis zu ihrem langen Briefwechsel wird eine weitere Freundschaft, die in die Musikgeschichte eingegangen ist, bei diesem Konzert hervorgehoben.

