Staatskapelle Berlin
© Peter Adamik
Über
Mit einer Tradition von mehr als 450 Jahren ist die Staatskapelle Berlin eines der ältesten Orchester der Welt. Ursprünglich 1570 als Hofkapelle von Kurfürst Joachim II. von Brandenburg gegründet, erweiterte das Ensemble seine Aktivitäten mit der Gründung der Königlichen Hofoper im Jahr 1742 durch Friedrich den Großen. Seitdem ist das Orchester eng mit der Staatsoper Unter den Linden verbunden.
Viele bedeutende Musiker haben das Orchester dirigiert, sowohl in der Oper als auch in der regulären Konzertreihe, die seit 1842 stattfindet, darunter Gaspare Spontini, Felix Mendelssohn Bartholdy, Giacomo Meyerbeer, Felix von Weingartner, Richard Strauss, Erich Kleiber, Wilhelm Furtwängler, Herbert von Karajan, Franz Konwitschny und Otmar Suitner.
Von Ende 1991 bis Januar 2023 war Daniel Barenboim (geboren 1942 in Buenos Aires, Argentinien) Generalmusikdirektor des Orchesters. Bei zahlreichen Gastauftritten, die das Orchester in die großen europäischen Musikzentren, nach Israel, Fernost, Nord- und Südamerika führten, bewies das Orchester seine internationale Spitzenposition. Die Aufführung aller Sinfonien und Klavierkonzerte Beethovens in Wien, Paris, London, New York und Tokio sowie die Zyklen der Sinfonien von Schumann und Brahms, der zehnteilige Zyklus aller wichtigen Bühnenwerke Wagners und die Aufführung von Wagners „Ring“-Zyklus in Japan 2002 gehören zu den herausragendsten Ereignissen. 2007 wurden die Sinfonien und Orchestergesänge von Gustav Mahler unter der Leitung von Daniel Barenboim und Pierre Boulez in der Philharmonie Berlin aufgeführt. Dieser zehnteilige Zyklus wurde auch im Wiener Musikverein sowie in der Carnegie Hall in New York präsentiert. Höhepunkte der jüngeren Zeit waren ein neunteiliger Zyklus mit Sinfonien von Anton Bruckner in Wien (Juni 2012) und Konzertaufführungen von Wagners „Ring“ während der Proms in London (Sommer 2013). Der gefeierte Bruckner-Zyklus wurde 2016 und 2017 erneut in der Suntory Hall Tokio sowie in der Carnegie Hall New York und in der Philharmonie Paris präsentiert.
Eine ständig wachsende Anzahl von Aufnahmen im opern- und sinfonischen Repertoire dokumentiert die Arbeit der Staatskapelle Berlin. Zuletzt wurden Aufnahmen aller neun Bruckner-Sinfonien, der Klavierkonzerte von Chopin, Liszt und Brahms sowie großer sinfonischer Werke von Strauss und Elgar veröffentlicht. Darüber hinaus wurden mehrere Opernproduktionen aufgenommen, darunter Wagners „Tannhäuser“, „Parsifal“ und „Tristan und Isolde“, Verdis „Il trovatore“ und „Falstaff“, Bergs „Lulu“, Rimski-Korsakows „Die Zarenbraut“, Schumanns „Szenen aus Goethes Faust“ (alle unter der Leitung von Daniel Barenboim) sowie Strauss’ „Rosenkavalier“ (mit Zubin Mehta am Pult). Anlässlich des 450-jährigen Jubiläums der Staatskapelle Berlin wurde eine CD-Edition mit „Great Recordings“ unter der Leitung bedeutender Dirigenten veröffentlicht sowie ein Buch und eine Ausstellung zur Förderung der langen und reichen Geschichte des Orchesters herausgegeben.
In der Saison 2022-23 gab die Staatskapelle Berlin Gastkonzerte in Japan und Südkorea sowie in Dänemark, Wien und Paris. Die Asientournee fand unter der Leitung von Christian Thielemann statt, der im Herbst 2022 auch eine neue Produktion von Wagners „Ring“ an der Staatsoper Unter den Linden dirigierte. Ende 2023 werden die Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim die vier Brahms-Sinfonien in fünf herausragenden Musikzentren in Kanada und den USA aufführen.
Im September 2023 wurde Christian Thielemann zum neuen Generalmusikdirektor ernannt; mit Beginn der Saison 2024-25 wird er dieses Amt übernehmen.

