
Richard Wagner
22. Mai 1813 - Leipzig (Deutschland) — 13. Februar 1883 - Venedig (Italien)
Über
Richard Wagner, der Meister der romantischen Oper
Richard Wagner hat sowohl die unnachgiebigsten Leidenschaften als auch den heftigsten Hass gleichermaßen entfacht. Schnell von der Theaterwelt angezogen, inszenierte Wagner in seiner Kindheit die von ihm geschriebenen mythologischen Dramen und ließ seine Mutter, Brüder und Schwestern ihre Rollen spielen. Er schaffte es, große Projekte aus seiner autodidaktischen Ausbildung zu verwirklichen. 1833 wurde er Chorleiter, 1834 Dirigent und komponierte seine ersten Opern in der großen germanischen Singspieltradition.
Richard Wagner und das Bayreuth-Projekt
Nachdem er Rienzi komponiert hatte, verließ Richard Wagner die Stadt unter der Drohung seiner Gläubiger. Jahre des Exils begannen. Sein schöpferisches Genie fand in Paris nur zögerliche Aufnahme, und der Komponist suchte Zuflucht in der Schweiz, wo er einige theoretische Essays schrieb. Die leidenschaftlichen Liebesaffären und die Komposition von Tristan und Isolde zwischen 1852 und 1857 waren Jahre großer Produktivität. 1864 erhielt Wagner die bedingungslose Unterstützung des bayerischen Königs Ludwig II., dessen übermäßiger Romantizismus ganz dem Genie des Komponisten entsprach. Nachdem er endlich finanzielle Unterstützung erhalten hatte, missbrauchte Wagner das Vertrauen des Königs und baute sich in Bayreuth einen Tempel ausschließlich für die Aufführungen seiner eigenen Musik. Das Drama Parsifal wurde für diesen Ort konzipiert.
Die wagnerianische Gesamtkunst
Wenn Richard Wagner von einer Gesamtkunst träumte, gelang es ihm durch die Oper, Poesie, Drama, Musik, Theater und bildende Kunst zu vereinen. Er schuf auch eine völlig neue harmonische und instrumentale Sprache, deren expressive Intensität bis heute vollkommen kohärent bleibt. Durchdrungen von magischer Mythologie entdeckte Wagner eine einzigartige vokale Phrasierung, eine geheimnisvolle Atmosphäre und kraftvolle Ideen, die für die nachfolgenden Generationen unübertroffen zu sein scheinen.