Programm

Wolfgang Amadeus Mozart, Symphony No. 41 in C Major, K. 551, "Jupiter"

Hector Berlioz, Requiem

Ludwig van Beethoven, Egmont, Op. 84

Overture

Marek Janowski, Dirigent und Lehrer

Private Musikstunden

Abonnenten

Besetzung

Marek Janowski  — Lehrer, Dirigent

Olivier Dejours  — Dirigent (Student)

Philharmonisches Orchester des Radios Frankreichs

Gürzenich-Orchester Köln

Düsseldorfer Chor

Chor des französischen Rundfunks

Olivier Bernager

François Manceaux

Programmhinweise

Diese Meisterklasse zeigt Marek Janowski, der in der reinsten Tradition des deutschen Dirigierens den Taktstock an den jungen Olivier Dejours übergibt, der seitdem selbst ein angesehener Dirigent geworden ist.

Marek Janowski war zwischen 1984 und 2000 Musikdirektor des Orchestre Philharmonique de Radio France. Als Produkt der deutschen Tradition, der mit den führenden Orchestern seines Landes gearbeitet hat, hat er aufgenommen, was sie ihm über formale Strenge und Poesie beibringen konnten. Für diese private Musikstunde, die seine einzige Exkursion in das Gebiet der Pädagogik geblieben ist, wählte er zwei Werke, die emblematisch für sein Repertoire sind: Mozarts „Jupiter“-Sinfonie und Beethovens Egmont-Ouvertüre. Gefilmt 1989 in der Maison de Radio France (im inzwischen abgerissenen Studio 103) und im Kölner Dom, wo er das Berlioz-Requiem dirigierte, gibt Marek Janowski dem jungen Dirigenten Olivier Dejours, der bald in der zeitgenössischen Musik bekannt werden sollte, interpretatorische Ratschläge.

Die höchste Kunst des Regisseurs Michel Follin in diesem inspirierten Film besteht darin, das Bild des Dirigenten intakt zu lassen, jenes Musikmeisters par excellence und emblematischen Figur der westlichen Zivilisation. Die Lehre des Dirigierens bleibt für alle ein Rätsel, da ihre Technik sich auf nur wenige Regeln zusammenfassen lässt, über die sich selbst nicht alle Praktizierenden einig sind. Für Marek Janowski macht die Erfahrung einen Dirigenten aus. Sicherlich ist der Hintergrund wichtig: Man muss zuerst ein vielseitiger Musiker sein, mindestens ein Instrument spielen, ein ausgezeichneter Blattleser, ein guter Begleiter und vor allem mit jenem Drang ausgestattet sein, mit anderen zu kommunizieren, der mit dem abgedroschenen Begriff „Charisma“ bezeichnet wird. Er gibt Olivier Dejours wertvolle Ratschläge: keine verschlungenen Analysen oder poetischen Metaphern; das Taktgeben ist zum Beispiel eine Art, das Orchester zu informieren, nicht mehr. Wir sind weit entfernt von den metaphysischen Reflexionen Celibidaches oder anderer, weniger inspirierter Guru-Dirigenten...

Wie verlängert man eine Pause, interpretiert einen Rhythmus, entfaltet eine Melodie, bringt ein Instrument oder eine Gruppe zum Singen? Das sind Fragen, die zugleich poetisch, analytisch und vor allem praktisch sind. Marek Janowski nimmt die Struktur der Musik als Grundlage seiner Arbeit, liest zwischen den Zeilen und zieht die subtilsten Details heraus, bevor er seine persönliche Alchemie an das Orchester weitergibt. Deshalb sieht man ihn auch am Tisch mit seinem Schüler sitzen. Lauscht man dem Dialog zwischen ihnen, erkennt man, dass sie die verborgenen Absichten der Musik suchen, um nicht auf den falschen Weg zu geraten, was vor dem Orchester katastrophal wäre. Der Dirigent wird von seinem Anliegen der konkreten Umsetzung geleitet, und es sind immer Fragen des musikalischen Gleichgewichts, die seine schärfsten Urteile hervorrufen. Ein rein intellektuelles Lesen der Partitur verzerrt deren Umsetzung, denn, so erinnert er uns, man muss sich ständig den Launen der Konzertsäle anpassen, aber auch der Persönlichkeit der Orchester und Chöre, die man dirigiert. Hier zum Beispiel sieht man ihn mit der hallenden Akustik des Kölner Doms kämpfen.

Das Wesentliche herauszufiltern: das ist das Geheimnis der Klarheit. Aber danach braucht man noch die Mittel, um seine Absichten umzusetzen. „Wie hörst du diese Passage?“ Ausgehend von der Antwort des Schülers schlägt der Maestro, wie der begabte Pädagoge, der er ist, den besten Weg vor, seine Ziele zu erreichen. So verstehen wir Zuschauer nach und nach, wie Kunst von diesen winzigen Details abhängt, die den entscheidenden Unterschied machen, und wenn wir die beiden Männer vor dem Orchester sehen, wie zwei Piloten, die abwechselnd das Steuer übernehmen, der eine erfahrener als der andere, können wir endlich die Schwierigkeiten des Weges eines Dirigenten ermessen. Das Ergebnis ist ein einzigartiger Moment musikalischer Interpretation und Pädagogik durch intelligente Bildnutzung.

Private Musikstunden: zwölf äußerst einflussreiche Programme, die zwischen 1987 und 1991 vom französischen Fernsehen ausgestrahlt wurden. Das Leitprinzip von Olivier Bernager und François Manceaux war es, die Kunst der führenden Interpreten unserer Zeit einzufangen, live im Konzert, aber vor allem in einer Lehrsituation.

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