Foto von Hector Berlioz
Dirigent
Komponist

Hector Berlioz

11. Dezember 1803 - La Côte Saint-André (Frankreich) — 8. März 1869 - Paris (Frankreich)

© Pierre Petit

Über

Hector Berlioz, der große Vertreter der französischen Romantik

Hector Berlioz war Komponist, Dirigent, Schriftsteller, leidenschaftlicher Künstler, kühn und engagiert. Er nahm seine musikalische Ausbildung sehr frei in Angriff, auf die Gefahr hin, von den traditionellen Wegen ausgeschlossen zu werden. Er war Schüler von Lesueur am Pariser Konservatorium, wo er es vorzog, Unruhe zu stiften, statt zu lernen. Er widersetzte sich dem Wunsch seiner Eltern, Arzt zu werden, und obwohl er viermal den Prix de Rome nicht gewann, war seine Leidenschaft für Ludwig van Beethoven, Christoph Willibald Gluck und William Shakespeare ein größerer Gewinn für seine kompositorische Fantasie.

Hector Berlioz' orchestrale Modernität

Er erwarb sich einen Ruf als Literaturkritiker durch sein talentiertes Schreiben, seinen unabhängigen und kämpferischen Geist; es dauerte jedoch eine Weile, bis Hector Berlioz als Komponist Anerkennung fand. Seine Opern waren Misserfolge und das Publikum blieb ratlos angesichts der Neuartigkeit seiner Werke. Bereits 1830 kündigte der unerschütterliche Erfolg seiner ewigen Symphonie Fantastique einen neuen Ansatz in der Orchestrierung an. Seine Musik ist wie seine Autobiografie strukturiert und spiegelt seine stürmischen Liebesaffären, verzehrenden Leidenschaften und immensen Verzweiflung wider.

Berlioz' Vermächtnis

Ein wahrhaft moderner Komponist, schrieb Hector Berlioz Essays, um seine orchestralen Entdeckungen zu begründen. Für ihn wurden Instrumente zu Individuen. Er analysierte und beschrieb akribisch die Klänge und Möglichkeiten eines Orchesters. Die Verdammung des Faust (1846), Die Kindheit Christi (1854) und Romeo und Julia (1839) zeugen von diesem außergewöhnlichen Temperament, das von Franz Liszt bewundert wurde, der nie aufhörte, seine Werke in Weimar aufzuführen. Die emblematische romantische Figur Berlioz, erschöpft, von Kummer, Bitterkeit und Krankheit gezeichnet, starb 1868 im Alter von sechsundsechzig Jahren.

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