Semyon Bychkov dirigiert Dvořák, Smetana und Martinů.
Konzert zum 100. Jahrestag der Gründung der Tschechoslowakei
Besetzung
Programmhinweise
"Es ist keine Frage der Qualität," sagt Semyon Bychkov über den unverwechselbaren Klang seines Ensembles, "es ist eine Frage der Identität.... Die Tschechische Philharmonie hatte ihre eigene Tradition aus früheren Zeiten: wie sie ihre Instrumente spielen, wie die Instrumente klingen sollen. Man hört es im Streichklang, im Bläserklang." Als Bychkov seine Position als Chefdirigent des WDR Sinfonieorchesters Köln aufgab, hatte der große sowjetischstämmige Dirigent nur vor, Gastdirigate zu übernehmen – doch 2018 ließ ihn eine persönliche Einladung der Musiker der Tschechischen Philharmonie umdenken.
In diesem Konzert zum Gedenken an 100 Jahre seit der Gründung der Tschechoslowakei (1918-1992) präsentiert das Orchester ein Programm mit Werken, die die Frage des "nationalen" Stils untersuchen. Smetanas Ouvertüre zu Die verkaufte Braut gilt als ein wichtiger Beitrag zu einer spezifisch tschechischen Opernidiomatik, und Martinůs hektisches Doppelkonzert für zwei Streichorchester, Klavier und Pauken ruft sowohl tschechische Folklore als auch das italienische concerto grosso des 18. Jahrhunderts hervor. Schließlich verkompliziert Dvořáks außergewöhnliche "Neue Welt"-Symphonie Nr. 9, inspiriert von indianischen und afroamerikanischen Melodien, die Vorstellung von nationaler Musik weiter, indem sie eine symphonische Brücke zwischen den beiden Kontinenten schafft.


