Claudio Abbado dirigiert Prometheus: Musikalische Variationen über einen Mythos — Mit Martha Argerich und den Berliner Philharmonikern
Werke von Beethoven, Liszt, Scriabin und Nono
Besetzung
Ingrid Ade-Jesemann — Sopran
Monika Bair-Ivenz — Sopran
Ulrike Krumbiegel — Lautsprecher
Matthias Schadock — Lautsprecher
Programmhinweise
Jahrtausende lang hat die mythologische Figur des Prometheus—der den Göttern das Feuer stahl, um es den Menschen zu geben—Künstler aller Art fasziniert. Im Jahr 1993 dirigierte Claudio Abbado die Berliner Philharmoniker in Prometeo, einem höchst ungewöhnlichen und faszinierenden Konzertprogramm, das einige der brillanten musikalischen Interpretationen des alten Mythos erforscht.
Für einen Revolutionär wie Beethoven war Prometheus ein archetypischer Verfechter der Gedankenfreiheit und des Widerstands gegen Unterdrückung, und er ehrte ihn 1801 mit der Musik für das Ballett Die Geschöpfe des Prometheus („The Creatures of Prometheus“). Fünfzig Jahre später beschreibt Franz Liszts symphonisches Gedicht die Gefangennahme Prometheus’, die schreckliche Strafe, die Zeus ihm auferlegt, und seine letztendliche Befreiung. 1910 komponierte Alexander Skrjabin Prometheus: Das Feuerpoem als Mittel zur Erforschung theosophischer Themen wie das schöpferische Prinzip, Wille, Vernunft und kosmische schöpferische Kraft. Eine Mischung aus Liszts symphonischem Gedicht und einem Klavierkonzert, basiert Skrjabins einstimmiges Werk auf einem „mystischen Akkord“, der mit der Zwölftonmusik verwandt ist. Ebenso fasziniert von der Geschichte Prometheus’ komponierte Luigi Nono (1924–1990) eine Partitur basierend auf einem Libretto, das von so unterschiedlichen Autoren wie Aischylos, Walter Benjamin und Rainer Maria Rilke inspiriert wurde und 1984 schließlich in Venedig uraufgeführt wurde.


