Igor und David Oistrach spielen Bach, Mozart und Brahms.
London, 1960-1963
Besetzung
Englisches Kammerorchester
Moskauer Philharmonisches Orchester
Sir Colin Davis — Dirigent
Yehudi Menuhin — Dirigent
Kirill Kondrashin — Dirigent
Igor Oistrach — Violine
David Oistrach — Violine
Programmhinweise
Ein Gipfeltreffen in London: David Oïstrakh, sein Sohn Igor, Colin Davis und Yehudi Menuhin…
Er war König David. Und dieser Titel war verdient: David Oïstrakh war königlich. Der fabelhafteste Geiger des 20. Jahrhunderts wurde 1908 in Odessa geboren. Er begann sein Instrument bei Piotr Stoliarski zu erlernen, der auch seinen Sohn Igor unterrichtete. Sehr bald verbreitete sich das Gerücht über sein Talent in der gesamten UdSSR und erreichte sogar die damals versiegelten Grenzen. Er erhielt den ersten Preis beim Eugène Ysaye Wettbewerb in Belgien. Sein Spiel versöhnt das Unversöhnliche: Es ist dionysisch und apollinisch zugleich, fest verwurzelt und so leicht wie Luft, virtuos ohne Exhibitionismus... Wie kann man seinen intensiven, warmen, kraftvollen Klang definieren? Obwohl er im russischen Repertoire brilliert, spielt er ebenso gern alle anderen Repertoires, vom Klassischen bis zum Zeitgenössischen. Seine Kunst inspiriert Schostakowitsch, der für ihn die beiden Meisterwerke der Violinkonzerte schreibt, Prokofjew, der für ihn die Sonaten für Violine und Klavier Nr. 1 und 2 komponiert, sowie Miaskowski; Chatschaturjan...
1961 spielt er in London vor einem Publikum in der Royal Festival Hall, begleitet vom English Chamber Orchestra unter der Leitung von Colin Davis, mit seinem Sohn Igor Bachs Konzert für zwei Violinen mit großartiger Autorität. Es ist der erste Auslandsauftritt des Duos. Zwei Jahre später, während der ersten Tournee des Moskauer Philharmonischen Orchesters in London, vor einem ausverkauften Publikum in der Royal Albert Hall, spielt David Oïstrakh auf der Bratsche Mozarts Sinfonia Concertante für Violine und Bratsche mit seinem Sohn Igor auf der Violine, beide dirigiert von Yehudi Menuhin. Ein Traum.
Dann folgt ein außergewöhnliches Dokument: Kirill Kondrashin, einer von Oistrakhs bevorzugten Dirigenten, dirigiert das Brahms-Konzert, das all die Wärme und das Selbstvertrauen besitzt, die man von einer klassischen Oistrakh-Aufnahme erwartet.


