Das Amadeus-Quartett spielt Mozart, Beethoven, Schubert und Bartók.
Klassisches Archiv
Besetzung
Norbert Brainin — Violine
Siegmund Nissel — Violine
Peter Schidlof — Viola
Martin Lovett — Cello
Programmhinweise
Die Geschichte des Amadeus-Quartetts, das als eines der wichtigsten Streichensembles des zwanzigsten Jahrhunderts gilt, ist alles andere als trivial. Um der nationalsozialistischen Verfolgung der Juden während des Zweiten Weltkriegs zu entkommen, fanden die Österreicher Norbert Brainin, Siegmund Nissel und Peter Schidlof Zuflucht im Vereinigten Königreich, wurden jedoch anschließend in einem Lager für „feindliche Staatsangehörige“ interniert. Hier wurde die Musik zu ihrem Zufluchtsort. Nach ihrer Freilassung setzten die drei Musiker ihre Ausbildung bei dem Geiger Max Rostal fort. In seiner Klasse trafen sie den britischen Cellisten Martin Lovett, und gemeinsam gründeten sie das Amadeus-Quartett. Von ihrem ersten Auftritt auf der Bühne der Wigmore Hall im Jahr 1948 an etablierten sie sich mit ihrem einzigartigen Klang, stilistischer Brillanz und bemerkenswert tiefgründigen Interpretationen schnell als Erben einer bestimmten Wiener Tradition und als aufstrebende Säule der Kammermusik.
Entdecken Sie ihre unverwechselbare Exzellenz in diesen Archiven. Das Herzstück ist Mozarts Quintett Nr. 4, mit seinen dramatischen und ergreifenden Tönen, die wahrscheinlich von der Krankheit beeinflusst wurden, die damals über dem Vater des Komponisten schwebte. Drei intensive und dramatische Sätze kulminieren in einem Finale, das von Hoffnung geprägt ist – wie es bei Mozart oft der Fall war –, der dem Tod mit einer Art Gelassenheit begegnete. Drei Sätze aus anderen Quartetten vervollständigen das Programm: das lyrische und gequälte Lento assai, cantate e tranquillo aus Beethovens Quartett Nr. 16, das rasende und wirbelnde Presto-Finale aus Schuberts Quartett Nr. 14 Der Tod und das Mädchen sowie der vierte Satz von Bartóks Quartett Nr. 4, eine funkelnde Pizzicato-Darbietung.



