Programm

Johann Sebastian Bach/Friedrich Gulda, Well-Tempered Clavier Part I

Friedrich Gulda, For Rico

Wolfgang Amadeus Mozart/Friedrich Gulda, Piano Sonata in B Flat Major K. 333

Robby Krieger/Friedrich Gulda, Light My Fire

Friedrich Gulda, Die Reblaus

Cole Porter/Friedrich Gulda/Herbie Hancock, Night And Day

Miles Davis/Friedrich Gulda/Herbie Hancock, All Blues

Gulda und Hancock in München

Münchner Sommer Klavierfestival 1999

Abonnenten

Besetzung

Friedrich Gulda  — Klavier

Herbie Hancock  — Klavier

Programmhinweise

Am bekanntesten für seine Interpretationen von Mozart und Beethoven, hegte der klassische Pianist Friedrich Gulda stets eine Affinität zum Jazz. Tatsächlich musste diese Liebe zunächst geheim bleiben – als Teenager während des Zweiten Weltkriegs experimentierte der österreichische Pianist zusammen mit seinem Freund, der Fusion-Legende Joe Zawinul, mit Jazz (damals als verbotene Musik angesehen). Gulda konnte seine Jazzflügel wirklich erst Mitte der 1950er Jahre ausbreiten. Bereits ein renommierter klassischer Musiker, spielte er im berühmten Birdland-Club und beim Newport Jazz Festival, entschlossen, sich zu erweitern und „die billigen Triumphe des Barock-Zuges“ zu verlassen, wie er es ausdrückte. Die folgenden Jahrzehnte erlebten eine Blütezeit seiner Jazzseite, insbesondere durch Kooperationen beim Münchner Klaviersommer, dem Munich Summer Piano Festival, wo er hochkarätige Begegnungen mit seinem alten Freund Joe Zawinul sowie den größten Jazzpianisten der Zeit wie Chick Corea und Herbie Hancock veranstaltete.

Hier sehen wir ihn zusammen mit Letzterem in einer Aufführung, die sowohl Solo- als auch Duo-Arbeiten zeigt. In den Ranglisten der Klavierlegenden könnte Herbie Hancock der Mozart des Jazzpianos sein – er hat mit allen unter der Sonne gespielt und seine Musik in der Entwicklung des Post-Bop neben Miles Davis unsterblich gemacht. Mit einer langen Liste von Standards ist er einer der großartigsten Jazzkomponisten und bringt seinerseits Eigenkompositionen sowie Stücke von Cole Porter und Miles Davis. Gulda hält mit ihm Note für Note mit und webt seine klassische Eleganz in den lockeren Faden des Jazz, etwas, das er einst als „den rhythmischen Antrieb, das Risiko, den absoluten Gegensatz zu dem blassen, akademischen Ansatz, den ich gelernt hatte“ beschrieb. Eine besondere Aufführung.

Ein genauerer Blick: vorgestellte Komponisten

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