William Steinberg dirigiert Haydn und Beethoven.
Boston Symphony Orchester, 1969-1970
Besetzung
William Steinberg — Dirigent
Programmhinweise
Steinberg wurde sehr bewundert für sein hervorragendes musikalisches Können; die Breite seines Repertoires, das viel zeitgenössische Musik einschloss; die Klarheit und Präzision seiner Technik; seinen Witz und seine pfeiferauchende Herzlichkeit; sowie die kollegialen Beziehungen, die er mit seinen Musikern aufbaute und pflegte.
Steinberg dirigierte das Boston Symphony Orchestra viele Male in Beethovens Sinfonie Nr. 7 und Nr. 8 sowie Sinfonie Nr. 55. Man ist beeindruckt davon, wie sauber und natürlich die Aufführung in diesem Ausschnitt ist, ohne jeglichen Verlust an Intensität oder Spannung. Steinberg ist kein Manipulator, und obwohl seine Technik minimalistisch ist, ist sie auch bemerkenswert voll und detailliert, und er hat den Instinkt eines Schauspielers – jede Bewegung, die er macht, jede Geste und jeder Blick ist voller Charakter und Ausdruck. Er lächelt, wenn ein Detail genau an seinen Platz fällt.
Im Trio des Scherzos gibt es einen wunderbaren Schwung, und Steinberg benutzt seine Ellbogen ebenso wie seinen Taktstock, um den Punkt zu verdeutlichen – es sieht aus, als wäre er auf einem Pferd und würde die Zügel benutzen, um die Musik zu lenken. Das Finale ist schnell und aufregend, aber niemals gehetzt oder erzwungen; Steinberg scheint ein internes Gyroskop zu haben, und nichts bringt ihn oder das Orchester aus dem Gleichgewicht.
Das BSO ist eine große Maschine, aber Steinberg weiß, wie man sie auf der Stelle wendet – er schafft Tempowechsel und Kontraste ohne Ruckeln.

