Solomon Cutner und Claudio Arrau spielen Beethoven
"Appassionata" Sonate - Sonate Nr. 32, Op. 111
Besetzung
Cutner Solomon — Klavier
Claudio Arrau — Klavier
Programmhinweise
Zwei Wunderkinder am Klavier mit parallelen und schwierigen Karrieren geben uns eine brillante Demonstration ihres Genies. Bewegend.
Dieses Dokument ist zwei sehr großen Meistern des Klaviers gewidmet, Musikern, die niemals die geringste Zugeständnis an den Erfolg gemacht haben. Beide waren Wunderkinder und traten vor dem zehnten Lebensjahr erstmals auf der Bühne auf. Auf dem Spielplan der Queen Hall in London, der das Klavierkonzert Nr. 1 von Tschaikowski ankündigte, gespielt von einem achtjährigen Pianisten, stand nur sein Vorname „Solomon“, nicht sein Nachname Cutner. Das blieb so.
Was Claudio Arrau betrifft, so gab er sein erstes Konzert in Berlin, als er elf Jahre alt war, bevor er Schüler von Martin Krause wurde (einer der letzten Schüler Liszts). Als Teenager begann Solomon, der Konzerte als stressig empfand, das Klavierspielen zu hassen. Er musste mehrere Jahre pausieren, bevor er wieder Freude daran finden konnte. Claudio Arrau vertraute eines Tages an, dass ihn das Wunderkindsein „für Jahre vom Klavier entfremdet“ habe und dass ihm die Psychoanalyse geholfen habe.
Beide, die Zeitgenossen waren (Solomon wurde 1902 geboren, Arrau 1903), hatten schwierige Karrieren. Es dauerte lange, bis Claudio Arrau öffentliche Anerkennung erlangte, während „ein Unfall“ Solomon mitten in seiner Laufbahn plötzlich stoppte. 1956, wenige Wochen nachdem die Bilder, die Sie gleich sehen werden, aufgenommen wurden, erlitt er einen Schlaganfall, der ihn lähmte. Er war vierundfünfzig Jahre alt und lebte noch weitere zweiunddreißig Jahre, eingemauert in Stille.
Diese Bilder, die ihn beim Spielen der Appassionata-Sonate in f-Moll von Beethoven zeigen, sind deshalb umso bewegender. Mit seiner gewohnten Verfeinerung gibt Solomon eine feurige Interpretation der Appassionata. Claudio Arrau spielt ebenfalls Beethoven, seinen Lieblingskomponisten. Wir sehen ihn 1970 in Paris bei einer meisterhaft kontrollierten Darbietung der Sonate in c-Moll, Op. 111 von Beethoven.
