
Claudio Arrau
6. Februar 1903 — 9. Juni 1991
Über
Geboren am 6. Februar 1903 in Chillán, Zentralchile, erlebte Claudio Arrau fast das gesamte 20. Jahrhundert und hinterließ als einer der größten Pianisten dauerhaft seine Spuren.
Sobald er im Alter von 5 Jahren sein erstes Konzert gab, wurde Claudio Arrau als Wunderkind wahrgenommen. Mit 6 Jahren spielte er für den Präsidenten Chiles und erhielt zwei Jahre später ein Stipendium, um 10 Jahre lang am Stern-Konservatorium in Berlin zu studieren. Er studierte bei Martin Krause, der selbst Schüler von Franz Liszt gewesen war, und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, wie das „Exceptionnal Diploma“ und den „Honour Prize“ im Jahr 1925. 1927 gewann er den internationalen Klavierwettbewerb in Genf, bei dem Arthur Rubinstein und Alfred Cortot in der Jury saßen.
Danach tourte er um die Welt mit unter anderem kompletten Klavierwerken von Bach, Mozart, Schubert und Weber. In Mexiko gab er den ersten Zyklus, der den kompletten Klaviersonaten von Beethoven gewidmet war, was ihn als Referenz in der Interpretation dieses Komponisten etablierte. 1941 verließ er Deutschland mit seiner Familie, um sich in den USA niederzulassen.
Die erste Aufnahme einer langen Diskografie wurde 1922 aufgenommen. Maestro Arrau arbeitete mit den größten Orchestern und Dirigenten des Jahrhunderts zusammen. Als Beethoven-Spezialist führte er das Klavierkonzert Nr. 5 „Der Kaiser“ mehr als 750 Mal und das Klavierkonzert Nr. 4 mehr als 800 Mal im Konzert auf. Er wird auch als einer der besten romantischen Interpreten anerkannt.
Seine musikalischen Leistungen in Bezug auf Aufführung und Pädagogik wurden mit vielen Auszeichnungen gewürdigt, wie der Medaille der Royal Philharmonic Society, der Beethoven-Medaille von New York, dem Internationalen UNESCO-Musikpreis, der französischen „Légion d’Honneur“ …
Er starb 1991, während er an der Eröffnung des Johannes-Brahms-Museums in Mürzzuschlag, Österreich, teilnahm.