Erich Leinsdorf dirigiert Beethoven und Tschaikowski.
Boston Symphonieorchester, 1963-1969
Besetzung
Erich Leinsdorf — Dirigent
Programmhinweise
Im Laufe seiner Karriere hielten Leinsdorfs Können, Zuverlässigkeit, Effizienz und sein umfassendes Repertoire ihn im Aufnahmestudio beschäftigt.
Vielleicht ist ein Grund, warum diese Aufführung so bemerkenswert ist, dass Leinsdorf die allzu vertraute Musik so frisch angeht; er nimmt den alten Kriegspferd nicht für einen bequemen Trab heraus. Wichtiger ist Leinsdorfs Einsicht, seine strenge Beachtung der Markierungen im Notentext, seine Abneigung, sich in traditionellem, aber aufgeblähtem Rubato zu suhlen, ganz zu schweigen von einem Maß an Engagement und emotionaler Intensität, das ihm oft nicht zugeschrieben wird, weil er es nicht immer zeigte. Seine Jahre im Opernhaus haben ihn über Charakter und Drama in der Musik gelehrt. Wieder einmal ist sein Gesicht ausdruckslos, aber seine Augen sind aussagekräftig und stellenweise sogar furchteinflößend.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Solidität, Flexibilität und Brillanz des Spiels des Boston Symphony Orchestra, die die Musiker offenbar als selbstverständlich ansehen, auch wenn Leinsdorf das nicht tut. Alle der inzwischen legendären Solisten glänzen.

