Programm

Johannes Brahms, Violin Concerto in D Major, Op. 77

1. Allegro non troppo

2. Adagio

3. Allegro giocoso, ma non troppo vivace

Ludwig van Beethoven, Romance for Violin and Orchestra No. 1 in G Major, Op. 40

Pietro Antonio Locatelli, Caprice No. 23 in D Major, Op. 3, "Il Labirinto Armonico"

David Oistrakh spielt Brahms' Violinkonzert.

Moskauer Radio-Sinfonieorchester — Gennadi Roschdestwenski

Abonnenten

Besetzung

David Oistrach  — Violine

Moskauer Philharmonisches Orchester

Gennady Rozhdestvensky  — Dirigent

Programmhinweise

König David Oistrakh im König der Konzerte: das Brahms-Violinkonzert!

Zwischen dem Geiger und dem Dirigenten hatte sich im Laufe der Jahre eine enge Freundschaft entwickelt; Gennady Rozhdestvensky hatte David Oistrakh viele Male dirigiert, und er hatte nur wunderbare Erinnerungen an die Momente auf der Bühne mit „König David“.

Es war Liebe auf den ersten Blick für David, das Kind, als er seine erste Geige sah, ein Spielzeug, das ihm sein Vater im Alter von drei Jahren schenkte. Der kleine Prinz wurde 1908 in Odessa geboren und begann sein Geigenstudium bei Piotr Stoliarski, der auch Nathan Milstein unterrichtete und später Oistrakhs eigenen Sohn Igor. 1937 gewann er den Ersten Preis beim Eugène Ysaÿe Wettbewerb in Belgien.

So begann eine glänzende Karriere, die Oistrakh für einige Zeit auf die UdSSR beschränkte, eine Auslandsreisegenehmigung erhielt er erst nach dem Tod Stalins. Oistrakh, wie sein Freund Schostakowitsch, blieb sein ganzes Leben in Russland – doch sein Genie sprach sich über die Grenzen hinaus herum und machte ihn im Westen zu einer Legende für sich.

Hier sehen wir ihn in den 1960er Jahren dreimal in der Tchaikovsky-Halle in Moskau gefilmt, begleitet von Rozhdestvensky. Zu Beginn widmet er sich einem großen kanonischen Werk: dem monumentalen Violinkonzert von Brahms, dem er all seine bemerkenswerten Gaben verleiht und scheinbar das Unvereinbare versöhnt: dionysisch und apollinisch, fest verwurzelt und doch luftig leicht, virtuos, aber nicht protzig.

Einige Monate später, im selben Konzertsaal, spielte Oistrakh das atemberaubende Sibelius-Violinkonzert mit dem Radio-Symphonieorchester. Als Zugabe spielte Oistrakh, anstatt ein technisch glänzendes Showstück vorzuführen, zusammen mit dem gesamten Orchester Beethovens Romanze in G-Dur, op. 40, und drückte die unendliche Poesie in jeder Note aus.

Zum Schluss eine Überraschung, Rozhdestvenskys Geschenk zum sechzigsten Geburtstag seines Freundes Oistrakh: eine eigens für ihn angefertigte Orchestrierung des 23. Capriccios aus Locatellis op. 3, betitelt Il Labirinto armonico. In der Hand des Meisters, die Verkörperung von Anmut.

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