
Gennady Rozhdestvensky
4. Mai 1931 - Moskau (Russland) — 16. Juni 2018
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Über
Der russische Dirigent Gennadi Nikolaievich Rozhdestvensky pflegt zu sagen: „Mozart dirigiert sich von selbst“. Eine Provokation oder eine ikonoklastische Sichtweise? Abgesehen von dieser scharfen Aussage hinterlässt nichts an Rojdestvenskis Karriere einen gleichgültigen Eindruck, sei es seine Dirigiertechnik oder seine Repertoirewahl.
Geboren 1931 in Moskau, wurde der außergewöhnlich begabte Dirigent Rozhdestvensky schnell von den größten russischen Komponisten wahrgenommen. Prokofjew hegte ständige Bewunderung für ihn. Er pflegte regelmäßigen Umgang mit Dmitri Schostakowitsch, Alfred Schnittke und Edison Denisov, eine Nähe, die er in der Uraufführung zahlreicher ihrer Werke zum Ausdruck brachte.
Nach seinem Debüt am Bolschoi und beim Moskauer Rundfunk wurde Rozhdestvenskys Karriere international, als er die größten Orchester in Stockholm, Wien und London dirigierte. Sein besonders umfangreiches Repertoire umfasst Meisterwerke von Bach bis zur zeitgenössischen Musik. Rojdestvenski hat eine beeindruckende Diskografie aufgenommen, darunter mehrere Opern von Schostakowitsch, Ballette von Tschaikowski und seltenere Werke wie Nielsens Aladdin.
Sein Dirigierstil, der an das Burleske grenzt und sich ständig mit dem musikalischen Text beschäftigt, hindert keineswegs den Respekt seiner Kollegen. Im Gegenteil, Rozhdestvensky hat die Bewunderung von Evgeny Svetlanov gewonnen, trotz seines kompromisslosen Umgangs mit seinen Kollegen, und hat die begabtesten Dirigenten der jüngeren Generation wie Yutaka Sado tiefgreifend beeinflusst.