Gidon Kremer spielt Arvo Pärt und Schubert: Hommage an Arvo Pärt
Fondation Louis Vuitton
Besetzung
Gidon Kremer — Violine
Tatiana Grindenko — Violine
Reinut Tepp — Klavier
Kremerata Baltica
Martynas Stakionis — Dirigent
Arvo Pärt — Spezialgast
Programmhinweise
Arvo Pärts Musik ist, in den Worten des Komponisten selbst, wie ein „weißes Licht, das alle Farben enthält. Nur ein Prisma kann die Farben teilen und sichtbar machen; dieses Prisma könnte der Geist des Zuhörers sein.“
In den letzten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts wurde die Sprache der klassischen Musik transformiert, wobei die Atonalität bis an die Grenzen ihres Ausdrucks getrieben wurde und manchmal an Kakophonie grenzte. In diesem Kontext trat die resonante Stimme des estnischen Komponisten Arvo Pärt hervor, voller Gelassenheit und Intensität, und begründete einen neuen Stil: tintinnabuli (vom lateinischen Wort für „Glocke“), inspiriert von Minimalismus, mittelalterlicher Musik, Gregorianischem Gesang und Polyphonie. Tintinnabuli ist „ein Bereich, in den ich manchmal eintauche, wenn ich nach Antworten suche – in meinem Leben, meiner Musik, meiner Arbeit“, erklärt der Komponist.
In diesem Konzert von 2017 in der atemberaubenden Fondation Louis Vuitton in Paris mit dem virtuosen Geiger Gidon Kremer und seinem Orchester, Kremerata Baltica, bietet der tiefgründige Mystizismus von Werken wie Tabula Rasa eine passende Hommage an den estnischen Meister. Solist und Ensemble bieten Momente reiner meditativer Schönheit, darunter das zarte und filmische Fratres (ein Stück, das Gidon Kremer selbst vor 40 Jahren, 1977, uraufgeführt hat), alles aufgeführt in Anwesenheit von Pärt selbst. Kremer interpretiert außerdem eine erhabene Bearbeitung von Schuberts Fantasie in C-Dur, ein monumentales Werk großer Klarheit und ein perfektes Gegenstück zu Pärts leuchtender Musik.

