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Komponist

Arvo Pärt

11. September 1935 - Paide (Estland)

Über

Arvo Pärts Kindheit

Arvo Pärt wurde 1935 in Estland geboren und studierte Musik an der Musiksekundarschule in Tallinn. Seine Ausbildung wurde 1954 unterbrochen, als er seinen Militärdienst ableistete. 1957 wurde er Schüler am Tallinner Konservatorium, wo er bei Heino Eller studierte. Er arbeitete für den estnischen Rundfunk und komponierte Filmmusik, bis er 1963 sein Diplom erwarb.

Von der seriellen Komposition zur Gregorianik

Anfang der 1960er Jahre brachte er sich die serielle Musik selbst bei, was Feindschaft hervorrief, da serielle Musik als „ein Archetyp des westlichen bürgerlichen Verfalls“ galt. 1962 wurde ihm der erste Preis beim All-Unions-Wettbewerb für Unser Garten, eine Kantate für Kinderstimmen, und sein Oratorium Stride of the World verliehen.

Ende der 1960er Jahre, geplagt von einer kreativen Krise, verzichtete Arvo Pärt für mehrere Jahre auf die serielle Komposition und sogar auf das Komponieren insgesamt, da er sich dem Studium der Gregorianik widmete.

Arvo Pärt, Erfinder eines neuen Stils

1976 ebnete das Stück Für Alina den Weg für seinen neuen Stil, den er folgendermaßen erklärte: „Ich arbeite mit sehr wenigen Elementen – nur ein oder zwei Stimmen. Ich baue auf einem primitiven Material wie einem Dreiklang oder einer bestimmten Tonart auf. Die drei Töne eines Dreiklangs sind wie Glocken. Deshalb nannte ich es Tintinnabulation.“ Im folgenden Jahr schrieb Pärt drei seiner bekanntesten Werke in diesem neuen Stil: Fratres, Cantus in Memoriam Benjamin Britten und Tabula Rasa.

Pärts Werk: Von Zensur zum Ruhm

Da er in der Sowjetunion lebte, hatte er nur eingeschränkten Zugang zu den Werken seiner westlichen Zeitgenossen. In den 1960er Jahren wurden seine Kompositionen, insbesondere seine religiösen Werke, von den sowjetischen Behörden zensiert. In den 1970er Jahren begann man jedoch, seine Werke im Westen aufzuführen. 1980 überquerte er mit seiner Familie den Eisernen Vorhang und erhielt die österreichische Staatsbürgerschaft. Im folgenden Jahr erhielt er ein Stipendium vom Deutschen Akademischen Austauschdienst und ließ sich in Berlin nieder.

1996 wurde er in die American Academy of Arts and Letters gewählt und 2003 erhielt er den Preis für zeitgenössische Musik bei den Classical Brit Awards. 2010 fand in Estland das Arvo Pärt Festival statt, um den 75. Geburtstag des Komponisten zu feiern.

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