Charles Munch dirigiert Ravel und Brahms.
Nationales Orchester des ORTF
Besetzung
Programmhinweise
Vor über einem halben Jahrhundert reiste der charismatische französisch-deutsche Dirigent Charles Munch mit dem Orchestre national de l’ORTF (heute Orchestre national de France) nach Tokio für ein unvergessliches Programm mit Werken von Ravel und Brahms. Das Konzert beginnt mit der Suite Nr. 2, adaptiert aus Ravels Daphnis und Chloé: ein weitläufiges, lyrisches Ballett, das der Komponist selbst als „choreographische Symphonie“ bezeichnete. Das zweite Werk, Johannes Brahms' Symphonie Nr. 1 in c-Moll, benötigte zwanzig Jahre zur Komposition und ist berühmt für seine harmonische Komplexität und die farbenreiche symphonische Palette. Neben ihren beeindruckenden Orchestertechniken sind beide Werke so emotional berührend, dass Munch selbst beim Dirigieren sichtbar von der Musik bewegt wird.
Als langjähriger Dirigent des Boston Symphony Orchestra und Mitbegründer des Orchestre de Paris betrachtete Munch das Dirigieren als Berufung und nicht als Job, wobei er es sogar als „eine Krankheit, von der man nur durch den Tod geheilt wird“ bezeichnete. Dieser intime Konzertfilm, zugleich ein unschätzbares musikalisch-historisches Dokument, zeigt, wie der sonst zurückhaltende Humanist zu einem charismatischen Giganten der Musik wird, sobald er das Podium betritt.

