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Dirigent

Charles Munch

26. September 1891 - Straßburg (Frankreich) — 6. November 1968

© Corbis

Über

Der bedeutende, im Elsass geborene französische Dirigent Charles Munch (ursprünglich Münch) war der Sohn des elsässischen Organisten und Chorleiters Ernst Münch (1859-1928).

Nachdem er in Berlin bei Flesch weitere Violin-Ausbildung erhalten hatte, verfolgte Charles Munch eine Karriere als Solist; er war außerdem Violinprofessor am Leipziger Konservatorium und Konzertmeister des Gewandhausorchesters dort. Im November 1932 gab er sein professionelles Dirigierdebüt in Paris mit dem Straram-Orchester. Von 1933 bis 1940 studierte er Dirigieren bei Szendrei in Paris. Er stieg schnell zu Bedeutung auf; war von 1935 bis 1938 Dirigent des Orchestre de la Société Philharmonique in Paris und wurde 1936 Professor an der École Normale de Musique. 1938 wurde er Musikdirektor der Société des Concerts du Conservatoire de Paris und behielt diese Position während der Jahre der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg; er weigerte sich, mit den Nazis zusammenzuarbeiten, unterstützte die Résistance und wurde 1945 mit der Légion d'honneur ausgezeichnet.

Charles Munch gab sein USA-Debüt als Gastdirigent des Boston Symphony Orchestra im Dezember 1946; 1948 folgte eine transkontinentale USA-Tournee mit dem französischen Nationalradio-Orchester. 1949 wurde er zum Musikdirektor des Boston Symphony Orchestra ernannt, das er zusammen mit Pierre Monteux 1952 auf seine erste Europatournee führte; 1956 führten sie es erneut nach Europa und tourten auch in der Sowjetunion, womit es das erste US-amerikanische Orchester war, das dies tat. Nach seinem Rücktritt von seinem Posten in Boston im Jahr 1962 trat er als Gastdirigent auf; außerdem half er 1967 bei der Gründung des Orchestre de Paris.

Charles Munch erwarb sich einen herausragenden Ruf als Interpret des französischen Repertoires, dessen Aufführungen von Spontaneität, Farbigkeit und Eleganz geprägt waren. Französische Musik des 20. Jahrhunderts nahm ebenfalls einen prominenten Platz in seinen Programmen ein; er brachte neue Werke von Roussel, Milhaud, Arthur Honegger und anderen zur Aufführung. Er schrieb Je suis chef d'orchestre (1954).

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