
Renaud Capuçon
27. Januar 1976 - Chambéry, Frankreich
© Darmigny
Über
Der französische Geiger Renaud Capuçon ist international fest etabliert als bedeutender Solist, Rezitalist und Kammermusiker. Er ist bekannt und geschätzt für seine Gelassenheit, Klangtiefe und Virtuosität und arbeitet mit den weltweit renommiertesten Orchestern, Künstlern, Spielstätten und Festivals zusammen.
Geboren 1976 in Chambéry, begann Renaud Capuçon im Alter von vierzehn Jahren sein Studium am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris, wo er während seiner fünf Jahre zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Anschließend zog Capuçon nach Berlin, um bei Thomas Brandis und Isaac Stern zu studieren, und wurde mit dem Preis der Berliner Akademie der Künste ausgezeichnet. 1997 lud ihn Claudio Abbado ein, Konzertmeister des Gustav Mahler Jugendorchesters zu werden, das er drei Sommer lang leitete und mit Dirigenten wie Boulez, Ozawa, Welser-Möst und Claudio Abbado zusammenarbeitete.
Seitdem hat sich Capuçon als Solist auf höchstem Niveau etabliert. Er tritt mit führenden Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Boston Symphony, dem Chamber Orchestra of Europe, der Filarmonica della Scala, dem London Symphony Orchestra, dem New York Philharmonic, den Wiener Philharmonikern, dem Orchestre de Paris, dem Orchestre National de France und dem Orchestre Philharmonique de Radio France auf. Zu seinen zahlreichen Dirigentenbeziehungen zählen Barenboim, Bychkov, Dénève, Dohnanyi, Dudamel, Eschenbach, Haitink, Harding, Long Yu, Paavo Järvi, Nelsons, Nézet-Séguin, Roth, Shani, Ticciati und van Zweden. In der Saison 22/23 gab Capuçon sein Debüt in der Carnegie Hall, das mit begeistertem Applaus aufgenommen wurde, in einer Play-Direct-Aufführung mit dem Orpheus Chamber Orchestra. Höhepunkte der kommenden Saison sind unter anderem seine Rückkehr zum Chicago Symphony unter Semyon Bychkov für Aufführungen von Saint-Saëns’ Violinkonzert Nr. 3.
Sein großes Engagement für Kammermusik führte zu Zusammenarbeiten mit Argerich, Angelich, Barenboim, Bashmet, Bronfman, Buniatishvili, Grimaud, Hagen, Levit, Ma, Pires, Trifonov, Yo-Yo Ma und Yuja Wang sowie mit seinem Bruder, dem Cellisten Gautier Capuçon. Diese Partnerschaften führten ihn unter anderem zu den Festivals in Berlin, Luzern, Verbier, Aix-en-Provence, Roque d’Anthéron, San Sebastián, Stresa, Salzburg, Edinburgh International und Tanglewood. Capuçon hat Frankreich auch bei einigen der weltweit renommiertesten internationalen Veranstaltungen vertreten: Er spielte mit Yo-Yo Ma unter dem Arc de Triomphe bei der offiziellen Gedenkfeier zum Waffenstillstandstag in Anwesenheit von mehr als 80 Staatsoberhäuptern und trat für Weltführer beim G7-Gipfel in Biarritz auf.
Capuçon ist künstlerischer Leiter von drei Festivals: den Sommets Musicaux de Gstaad seit 2016, dem Osterfestival in Aix-en-Provence, das er 2013 gründete, und seit 2023 dem Rencontres Musicales Festival in Évian. Seit 2021 ist er zudem künstlerischer Leiter des Orchestre de Chambre de Lausanne.
Capuçon hat eine umfangreiche Diskographie aufgebaut und nahm bis vor Kurzem ausschließlich bei Erato/Warner Classics auf. Im September 2022 kündigte Capuçon seine neue Partnerschaft mit Deutsche Grammophon an und veröffentlichte zwei Monate später sein erstes Album beim gelben Label – eine Sammlung von Violinsonaten, die er mit Martha Argerich beim Osterfestival in Aix-en-Provence aufgenommen hat. Zu den jüngsten Veröffentlichungen bei Erato zählen eine Aufnahme von Elgars Violinkonzert und Violinsonate mit dem LSO unter der Leitung von Sir Simon Rattle, ein Album mit Guillaume Bellom mit einer umfangreichen Auswahl kürzerer Werke für Violine und Klavier sowie zuletzt Aufnahmen von Violinkonzerten von Vivaldi und Saint-Georges mit dem Orchestre de Chambre de Lausanne. Sein Album Au Cinema, das beliebte Filmmusikstücke enthält, wurde im Oktober 2018 mit großer Anerkennung veröffentlicht.
Capuçon spielt die Guarneri del Gesù „Panette“ (1737), die Isaac Stern gehörte. Im Juni 2011 wurde er zum „Chevalier de l'Ordre National du Mérite“ ernannt und im März 2016 zum „Chevalier de la Légion d'honneur“ durch die französische Regierung.