
Sir Simon Rattle
19. Januar 1955 - Liverpool (England)
© Oliver Helbig
Über
Sir Simon Rattle wurde in Liverpool geboren und studierte an der Royal Academy of Music in London.
Von 1980 bis 1998 war Sir Simon Chefdirigent und künstlerischer Berater des City of Birmingham Symphony Orchestra und wurde 1990 zum Musikdirektor ernannt. 2002 zog er nach Berlin und bekleidete die Positionen des künstlerischen Leiters und Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker, bis er 2018 zurücktrat. Sir Simon wurde im September 2017 Musikdirektor des London Symphony Orchestra und leitete in der Saison 2017-18 beide Ensembles.
Sir Simon hat über 70 Aufnahmen für das EMI-Label (jetzt Warner Classics) gemacht und zahlreiche renommierte internationale Auszeichnungen für seine Aufnahmen bei verschiedenen Labels erhalten. Veröffentlichungen bei EMI umfassen Strawinskys Symphony of Psalms (die 2009 den Grammy Award für die beste Choraufführung erhielt), Berlioz' Symphonie fantastique, Ravels L'Enfant et les sortilèges, Tschajkowskys Nussknacker-Suite, Mahlers Symphonie Nr. 2 und Strawinskys Le Sacre du printemps. Ab 2014 baute Sir Simon sein Aufnahmeportfolio mit dem hauseigenen Label der Berliner Philharmoniker, Berliner Philharmoniker Recordings, weiter aus, was zu Aufnahmen der Beethoven, Schumann und Sibelius-Symphoniezzyklen führte. Sir Simons jüngste Aufnahmen umfassen Debussys Pelléas et Mélisande, Turnages Remembering und Ravel, Dutilleux und Delage auf Blu-Ray & DVD mit dem Label des London Symphony Orchestra, LSO Live.
Musikalische Bildung ist Sir Simon von höchster Bedeutung, und seine Partnerschaft mit den Berliner Philharmonikern brach mit dem Bildungsprogramm Zukunft@Bphil neue Wege, wofür er den Comenius-Preis, den Schiller-Sonderpreis der Stadt Mannheim, die Goldene Kamera und die Urania-Medaille erhielt. Er und die Berliner Philharmoniker wurden 2004 auch zu Internationalen UNICEF-Botschaftern ernannt – das erste Mal, dass diese Ehre einem künstlerischen Ensemble zuteilwurde. Sir Simon wurde zudem mit mehreren prestigeträchtigen persönlichen Ehrungen ausgezeichnet, darunter eine Ritterwürde 1994, die Ernennung zum Mitglied des Order of Merit durch Ihre Majestät die Königin 2014 und zuletzt die Verleihung des Order of Merit in Berlin 2018. Im Jahr 2019 wurde Sir Simon die Freedom of the City of London verliehen.
Ab 2013 nahm Sir Simon eine Residenz bei den Baden-Badener Osterfestspielen auf, wo er Die Zauberflöte und eine Konzertreihe mit den Berliner Philharmonikern in seiner ersten Saison aufführte. Seitdem führte die Partnerschaft zu Aufführungen von Puccinis Manon Lescaut, Peter Sellars’ Inszenierung von Bachs Johannes-Passion, Strauss’ Der Rosenkavalier, Berlioz’ La Damnation de Faust, Wagners Tristan und Isolde und zuletzt Parsifal im Jahr 2018. Für die Salzburger Osterfestspiele dirigierte Rattle Bühnenproduktionen von Fidelio, Così fan tutte, Peter Grimes, Pelléas et Mélisande, Salome und Carmen, ein Konzert mit Idomeneo sowie viele kontrastreiche Konzertprogramme. Er dirigierte außerdem Wagners Der Ring des Nibelungen mit den Berliner Philharmonikern beim Festival d’Aix-en-Provence und den Salzburger Osterfestspielen sowie zuletzt an der Deutschen Oper Berlin und der Wiener Staatsoper. Weitere jüngste Opernproduktionen von Sir Simon umfassen Pelléas et Mélisande und Dialogues des Carmélites für das Royal Opera House; L’Étoile, Aus einem Totenhaus, Kátia Kabanová und La Damnation de Faust für die Deutsche Staatsoper Berlin sowie Andrew Normans A Trip to the Moon im Barbican Centre in London.
Sir Simon pflegt langjährige Beziehungen zu führenden Orchestern in London, Europa und den USA; zunächst arbeitete er eng mit dem Los Angeles Philharmonic und dem Boston Symphony Orchestra zusammen, zuletzt mit dem Philadelphia Orchestra. Er dirigiert regelmäßig die Wiener Philharmoniker, mit denen er die kompletten Beethoven-Symphonien und Klavierkonzerte mit Alfred Brendel aufgenommen hat, und ist außerdem Principal Artist des Orchestra of the Age of Enlightenment sowie Gründungspatron der Birmingham Contemporary Music Group.
Sir Simon Rattle wurde 1994 zum Ritter geschlagen und erhielt in den Neujahrsehrungen 2014 den Order of Merit von Ihrer Majestät der Königin.
- 1971–74: Studium von Klavier, Schlagzeug und Dirigieren an der Royal Academy of Music in London.
- 1974: Gewinn des John Player International Conducting Competition.
- 1974–77: Assistent des Dirigenten beim Bournemouth Symphony Orchestra und Bournemouth Sinfonietta.
- 1977: Operndebüt in Glyndebourne.
- 1978–83: Chefdirigent des London Choral Society.
- 1979: Nordamerikanisches Debüt mit dem Los Angeles Philharmonic.
- 1980–98: Chefdirigent und künstlerischer Berater des City of Birmingham Symphony Orchestra, ab 1990 Musikdirektor.
- 1981–94: Principal Guest Conductor des Los Angeles Philharmonic.
- 1987: Ernennung zum Commander of the British Empire; Debüt bei den Berliner Philharmonikern mit Mahlers Sechster Symphonie.
- 1992: Ernennung zum Chefgastdirigenten des Orchestra of the Age of Enlightenment und künstlerischen Berater der Birmingham Contemporary Music Group.
- 1993: Debüts bei den Wiener Philharmonikern und dem Philadelphia Orchestra.
- 1994: Ritterwürde durch Königin Elisabeth II.
- 2002: Ernennung zum Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker und künstlerischen Leiter der Berliner Philharmonie.
- 2003: Veröffentlichung seines kompletten Beethoven-Symphonienzyklus mit den Wiener Philharmonikern von den Wiener Festwochen 2002.
- 2005: Abschluss seines Mahler-Symphonienzyklus mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra.
- 2007: Ernennung zum UNICEF-Goodwill-Botschafter zusammen mit den Berliner Philharmonikern.


