
Camille Saint-Saëns
9. Oktober 1835 - Paris (Frankreich) — 16. Dezember 1926 - Algier (Algerien)
Über
Camille Saint-Saëns, das Wunderkind
Camille Saint-Saëns war in jeder Hinsicht ein außergewöhnlich begabtes Kind. Er besaß eine außergewöhnliche pianistische Leichtigkeit und ein phänomenales musikalisches Gedächtnis. Mit fünf Jahren komponierte er, gab mit elf sein erstes Konzert in der Salle Pleyel und mit dreizehn wurde er von Halévy am Pariser Konservatorium in Komposition unterrichtet. Seine Talente beeindruckten Franz Liszt, Hector Berlioz und Pauline Viardot, und ab 1870 war seine Lehrtätigkeit sehr gefragt. Gabriel Fauré, Messager und Gigout sollten seine Schüler an der Niedermeyer-Schule werden.
Klassizismus in Saint-Saëns’ Werk
Als leidenschaftlicher Verfechter der französischen Kunst gründete Camille Saint-Saëns 1871 die Nationale Gesellschaft für Musik, die jungen französischen Komponisten wie Ravel und Debussy die Möglichkeit bot, ihre Musik aufführen zu lassen. Obwohl seine Karriere als Pianist und Lehrer seine Kompositionstätigkeit behinderte, hinterließ Saint-Saëns dennoch bedeutende Werke strahlenden Klassizismus, da er Mozarts Klarheit den Nebeln Wagners vorzog.
Camille Saint-Saëns’ rigorose musikalische Sprache basiert auf formaler Ausgewogenheit, Kenntnis der germanischen Polyphonie und einer sehr romantischen Virtuosität. Seine dritte Sinfonie ist für ihre Eleganz bekannt, und sein Karneval der Tiere wird noch regelmäßig in Konzertsälen aufgeführt. Was seine Klavierkonzerte betrifft, so werden sie von Pianisten wegen ihrer Schönheit, Präzision und dem funkelnden Beweis der instrumentalen Schreibweise geschätzt. Im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen Gabriel Fauré, Johannes Brahms oder Anton Bruckner ist Saint-Saëns’ Stil nicht leicht erkennbar. Hector Berlioz hatte zweifellos Recht, als er behauptete: „Er weiß alles, aber ihm fehlt grausam die Erfahrung“.