Puccinis Manon Lescaut
Götz Friedrich (Regisseur), Giuseppe Sinopoli (Dirigent) – Mit Plácido Domingo (Chevalier des Grieux), Kiri Te Kanawa (Manon Lescaut)...
Besetzung
Götz Friedrich — Bühnenregisseur
Günther Schneider-Siemssen — Designer
Aliute Meczies — Kostüme
Robert Bryan — Beleuchtung
Kiri Te Kanawa — Manon Lescaut
Thomas Allen — Lescaut
Plácido Domingo — Ritter Des Grieux
Robin Leggate — Edmondo
Programmhinweise
"Manon Lescaut ist eine Heldin, an die ich glaube," schrieb Giacomo Puccini an seinen Verleger Giulio Ricordi. Erleben Sie Puccinis dritte Oper und ersten großen Erfolg in Götz Friedrichs bahnbrechender Inszenierung von 1983 im Royal Opera House. Der außergewöhnliche Plácido Domingo und Kiri Te Kanawa übernehmen die Rollen des Chevalier Des Grieux und Manon Lescaut, begleitet vom Chor und Orchester des Royal Opera House unter der Leitung von Giuseppe Sinopoli.
Bevor Puccinis Manon Lescaut 1893 im Teatro Regio in Turin uraufgeführt wurde, hatte der berühmte gleichnamige Roman des Abbé Prévost bereits zwei andere Opern inspiriert: Aubers 1856 und Massenets 1884. Doch bei der Schaffung seiner eigenen Manon entschied sich Puccini, eine ganz andere Art von Heldin darzustellen als Massenets frivole und zerbrechliche Inkarnation. Stattdessen erzählt er eine tragische Geschichte einer verurteilten Liebe in all ihrer modernen Komplexität, mit einer musikalischen Sprache voller harmonischer Feinheiten und gewagter Instrumentierung. Nach dem wagnerianischen Prinzip der "kontinuierlichen Oper" liefert das Orchester einen ununterbrochenen musikalischen Kommentar, der hilft, die inneren Gefühle der Figuren darzustellen – eine opernhistorische Entwicklung, die mit Verdi begonnen hatte. Die Premiere 1893 in Turin – eine Woche vor Verdis Falstaff an der Scala – war ein großer Triumph und führte zu Puccinis Weihe als Erbe von Verdis künstlerischem Vermächtnis. Manon Lescaut stellte zudem den Beginn einer langen Reihe von Kooperationen mit den Librettisten Giuseppe Giacosa und Luigi Illica dar, die beide eine wichtige Rolle bei Puccinis nächsten drei Erfolgen spielen sollten: La Bohème, Tosca und Madame Butterfly.
