Mozarts Il re pastore
Thomas Hengelbrock (Regisseur und Dirigent) — Mit Kresimir Spicer (Alessandro), Annette Dasch (Aminta), Marlis Petersen (Elisa)...
Besetzung
Thomas Hengelbrock — Bühnenregisseur
Aniara Amos — Choreograf, Bühnenregisseur
Mirella Weingarten — Kostümbildner, Szenografie
Michael Veits — Bühnenbilder
Jeannot Bessière — Beleuchtungsdesigner
Kresimir Spicer — Alessandro
Annette Dasch — Aminta
Marlis Petersen — Elisa
Programmhinweise
Bereits bis zu den Knien tief im Prozess der Vorausdeutung seiner zukünftigen Opern (Idomeneo, re di creta und besonders La clemenza di Tito) steckend, vertonte Mozart Metastasios Libretto, das er zuvor bei einer Aufführung der Giardini-Version entdeckt hatte. Er überarbeitete den Text, indem er unter anderem Akte aus nur einem Akt herstellte. Obwohl er den klassischen Konflikt zwischen Liebe und Pflicht, der in Tragödien vorherrscht, inszenierte, gab Mozart seinen Protagonisten ein glückliches Ende, indem er das ursprünglich ernste Libretto austauschte und es mit Heiterkeit durch leichte Arien und wohlklingende musikalische Passagen durchdrang.
Was macht einen guten König aus? Wie sollte er sich verhalten? Dies sind Fragen, die die aufgeklärtesten Denker seit langem faszinieren. Il re pastore gibt eine Antwort durch die Figur des Aminta (Annette Dasch), des rechtmäßigen jungen Erben der Stadt Sidon, der nach der Eroberung des Thrones durch Eindringlinge Hirte wird. Das Stück beginnt mit Alexander dem Großen (Kresimir Spicer), König von Makedonien, der nach der Eroberung von Sidon seinen Thron an Aminta zurückgeben möchte. Die einzige Bedingung ist, dass der junge Hirte Tamiri (Arpiné Rahdjian), die Tochter des ehemaligen Tyrannen, heiraten muss. Aminta, der bereits in eine junge Hirtin namens Elisa verliebt ist, entscheidet sich, auf den Thron zu verzichten, um bei seiner Geliebten zu bleiben. Der Kaiser bewundert seine Entscheidung, erlaubt ihm, seine Krone zurückzunehmen und Elisa zu heiraten. Er bietet Tamiri einen neuen Verlobten an, seinen Freund Agénor (Andreas Karasiak), sowie das Versprechen, das nächste Königreich zu regieren, das er erobert.
Einfach, aber eindrucksvoll, vereinen Aniara Amos' faszinierende Inszenierung und Thomas Hengelbrocks Regie ihre Kräfte, um ein Meisterwerk zu schaffen. Die Figuren scheinen in einem Kartenhaus gefangen zu sein, wobei das Werk ständig eine feine Linie zwischen Verzweiflung und Fröhlichkeit beschreitet. Der strahlende Geist von Mozarts Musik scheint in diesem empfindlichen Gleichgewicht zu gedeihen.
