Programm

Jean-Philippe Rameau, Hippolyte et Aricie

Overture

I: "Temple sacré, séjour tranquille"

I: "Princesse, quels apprêts me frappent"

I: "Hypolyte amoureux m'occupera sans cesse"

I: "Je vous affranchirai d'une loi si cruelle!"

I: Marche: "Dans ce paisible séjour"

I: "Dieu d'amour, pour nos asiles"

I: "Marche...Dieu d'amour"

I: "Princesse, ce grand jour par des noeuds éternels"

I: "Non, non, un coeur forcé n'est pas digne des dieux"

I: "Du moins par d'injustes regueurs"

I: Prélude "Dieux vengeurs, lancez le tonnere!"

I: Prélude "Ne vous alarmez pas d'un projet téméraire"

I: Prélude "Quoi! La terre et le ciel contre moi"

II: "Laisse-moi respirer, implacable Furie!"

II: "Qu'à servir mon courroux tout l'enfer se prépare!"

II: "Dieux! que d'infortunés gémissent"

II: "Ah! qu'on daigne du moins"

II: Prelude: "Neptune vous demande grâce"

III: Prelude: "Cruelle mère des amours"

III: Marche: "Que ce rivage retentisse"

IV: Prelude: "Ah! faut-il, en un jour"

IV: "C'en est donc fait, cruel, rien n'arrête vos pas"

IV: "Faisons partout voler nos traits!"

IV: "Quelle plainte en ces lieux m'appelle?"

V: "Où suis-je? De mes sens j'ai recouvré l'usage"

V: "Descendez, brillante immortelle"

V: "Peuples toujours soumis à mon obéissance"

V: "Bergers, vous allez voir combien"

V: "Rossignols amoureux, répondez à nos voix"

V: Chaconne

Rameaus Hippolyte et Aricie

Aletta Collins (Regisseurin), Sir Simon Rattle (Dirigent) – Mit Anna Prohaska (Aricie), Magdalena Kožená (Phèdre), Elsa Dreisig (Diane), Reinoud Van Mechelen (Hippolyte)

Abonnenten

Besetzung

Aletta Collins  — Choreograf, Bühnenregisseur

Ólafur Elíasson  — Bühnenbildner, Kostümbildner(in), Beleuchtungsdesigner

Olaf Freese  — Beleuchtung

Anna Prohaska  — Aricie

Magdalena Kožená  — Phèdre

Elsa Dreisig  — Diane

Reinoud Van Mechelen  — Hippolyte

Gyula Orendt  — Theseus

Programmhinweise

Jean-Philippe Rameau ist heute einer der berühmtesten Opernkomponisten aller Zeiten—aber er gab sein Debüt in diesem Genre erst, als er fast fünfzig Jahre alt war! Bereits hoch angesehen als Musiktheoretiker und Cembalokomponist, entfachte seine Begegnung mit Montéclairs Jephté im Jahr 1732 eine kreative Energie, die Rameau in Dutzende heute beliebter Opern umsetzte, von denen die allererste Hippolyte et Aricie aus dem Jahr 1733 war.

Für diesen ersten Ausflug in das dominante Musikgenre Europas verpflichtete Rameau den Jephté-Librettisten Simon-Joseph Pellegrin, der die neue tragédie en musique auf Racines Phèdre basierte (das selbst auf Klassikern von Seneca und Euripides beruht). Die quälende, fast unmögliche Liebe zwischen Hippolyte (Sohn des athenischen Königs Theseus) und Aricie (Tochter des Feindes des Königs) diente als erzählerischer Hintergrund, auf dem Rameau mit den Opernkonventionen brach und einen Skandal im Opernmilieu auslöste. Das Publikum spaltete sich in konservativere Lullistes, die Rameaus Musik als Bedrohung für die von Hoffavorit Lully etablierten Formen ansahen, und Ramistes, die Rameaus Innovationen in Harmonie, Orchestrierung und Verzierung schätzten—unter ihnen der Komponist André Campra, der über Hippolyte et Aricie erklärte, dass „in dieser Oper genug Musik ist, um zehn davon zu machen; dieser Mann wird uns alle überstrahlen.“

Fast 300 Jahre später ist der Platz von Hippolyte et Aricie im Repertoire—wie auch Rameaus Platz in der Operngeschichte—nicht mehr in Frage gestellt, obwohl sie sicherlich immer noch für Aufsehen sorgen kann. Diese Produktion von 2018 vereint einen makellosen Cast—darunter Anna Prohaska als Aricie und Reinoud Van Mechelen als Hippolyte—mit Sir Simon Rattle und dem Freiburger Barockorchester, einem der weltweit renommiertesten Barockorchester, in einer kühnen neuen Inszenierung, die mit ihrer auffallenden Modernität lebhafte Kontroversen auslöste.

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