Dee Dee Bridgewater und das Ray Brown Trio: Tribut an Ella Fitzgerald in Berlin
Jazzfest Berlin 1997
Besetzung
Dee Dee Bridgewater — Jazzsängerin
Ray Brown — Kontrabass
Benny Grün — Klavier
Gregory Hutchinson — Schlagzeug
WDR Bigband — Ensemble
Heiner Wiberny — Alt-Saxophon
Harald Rosenstein — Alt-Saxophon
Olivier Peters — Tenorsaxophon
Programmhinweise
Los Angeles, 15. Juni 1996, „The First Lady of Song“ verstarb in ihrer Wohnung in Beverly Hills im Alter von 79 Jahren. Weniger als ein Jahr später schlossen sich ihr Ex-Mann und Vater ihres Kindes, der legendäre Bassist Ray Brown, und die großartige Stimme von Dee Dee Bridgewater zusammen, um ihr auf einem Album mit dem Titel Dear Ella Tribut zu zollen – das 1998 den Grammy Award für das beste Jazzalbum gewann und beim Jazzfest Berlin auf der Bühne aufgeführt wurde.
Von Chick Webb im zarten Alter von 21 Jahren entdeckt, war Ella Fitzgerald die Königin des Swing und die unbestrittene Meisterin des Scat-Gesangs, die Jazz einem breiteren Publikum öffnete: eine echte Herausforderung für ein Musikgenre, das lange Zeit missverstanden und als „Musik für böse Jungs“ verachtet wurde. In den 50er Jahren, einer Zeit, in der Rassismus und Frauenfeindlichkeit – gegen die sie unermüdlich kämpfte – sie auf die Mikrofone der beliebten Veranstaltungsorte in Harlem beschränkten, träumte sie davon, in den schicken Clubs Kaliforniens aufzutreten. Ihre enge Freundschaft mit Marilyn Monroe half ihr, diesen Traum zu verwirklichen: Die Superstarin verhandelte mit eiserner Faust, um 1955 eine Show im berühmten Mocambo-Club zu veranstalten, und weigerte sich sogar, die Säle zu betreten, die der Sängerin den Eintritt durch die Haupttür verweigerten.
Für Ella, die ihre Stimme spielte wie Gillespie seine Trompete – bis hin zur Improvisation eines mythischen Scats zum Zirpen der Grillen in Juan-les-Pins im Jahr 1964 – ist Geschichte vor allem eine Frage der Schwesternschaft. Ihr Vermächtnis lebt in diesem Konzert weiter, mit der Stimme von Dee Dee Bridgewater.
