Die Enthüllung Salomes
Eine Dokumentation über die Oper von Richard Strauss.
Besetzung
Modestas Pitrenas — Dirigent
Vincent Boussard — Bühnenregisseur
Christian Lacroix — Kostümbildner(in)
Alex Penda (auch bekannt als Alexandrina Pendatchanska) — Salome
Gabriele Schnaut — Herodias
Martin Gantner — Jochanaan
Programmhinweise
Regisseurin Nayo Titzin lädt uns ein, dem Aufführungsprozess von Richard Strauss' weltberühmter Oper Salome für ein überwältigendes ästhetisches Erlebnis zu folgen.
Dieses Einakter-Drama, inspiriert von Oscar Wildes Werk, wurde erstmals 1905 an der Hofoper Dresden aufgeführt. Es war ein durchschlagender Erfolg für den deutschen Komponisten, der den Mythos der Prinzessin von Judäa, der bei den Künstlern jener Zeit eine extreme Faszination hervorrief, in einer verfeinerten und kraftvollen Orchestrierung vertonte. Indem sie eine Frau verkörpert, die „natürlich: das heißt abscheulich“ ist, wie Baudelaire einst sagte, wurde sie zum Symbol des Dekadenten.
Salome, Tochter des Tetrarchen Galiläa und der zweiten Frau Herodes', ist trotz des Verbots ihres Stiefvaters von dem Propheten Jochanaan erfüllt mit Verlangen. Der junge Mann verflucht sie und weist sie zurück. Herodes, fasziniert von der gefährlichen Schönheit der Prinzessin, verspricht ihr, jeden ihrer Wünsche im Austausch für einen Tanz zu erfüllen. Nachdem sie der Sinnlichkeit nachgegeben hat, fordert sie aufrichtig den Kopf Jochanaans auf einer silbernen Schale. Kein Reichtum, den der entsetzte Tetrarch anbietet, wird sie umstimmen. Sobald sie den blutigen Kopf des Propheten erhält, küsst die grausame Frau ihn mit einer fast hysterischen Leidenschaft. Entsetzt befiehlt Herodes, sie zu töten.
Beunruhigend, abscheulich und erotisch wird diese Geschichte hier durch die Darbietung der bulgarischen Sopranistin Alex Penda sublimiert. Gekleidet von Christian Lacroix und mit der Inszenierung von Vincent Boussard verkörpert sie mit großer Sensibilität Strauss’ Salome. Diese Dokumentation, die auf der Bühne und während der Proben im Theater St. Gallen gedreht wurde, bietet eine neue Sicht auf dieses Meisterwerk, indem sie den Aufführungsprozess erkundet, bis wir die dunkelste Seite der menschlichen Seele auf der Bühne hervortreten sehen. Sie ist in der offiziellen Auswahl des Internationalen Festivals für Kunstfilme (FIFA) 2014 in Montreal, Kanada.
