Michael Tilson Thomas probt und dirigiert Strauss' Ein Heldenleben.
Einführung, Probe und Aufführung
Besetzung
Programmhinweise
Mit Ein Heldenleben, vollendet im Jahr 1898, ein Jahr nach Don Quixote, und erstmals im März 1899 unter der Leitung des Komponisten in Frankfurt aufgeführt, beendete Strauss seine zehnjährige Erkundung des Tondichtung-Genres. Dabei setzte er sein bisher größtes Orchester ein, mit vierfacher Holzbläserbesetzung, acht Hörnern, Trompeten auf der Bühne und außerhalb, drei Posaunen, Tuben, einer Vielzahl von Trommeln und anderem Schlagwerk, zwei Harfen und Streichern. Mit all diesen Instrumenten auf der Bühne des Barbican-Konzertsaals bestand die Herausforderung für die Programmgestalter darin, Platz für die Kameras zu finden, um einen Überblick über die gewaltigen instrumentalen Kräfte zu geben und gleichzeitig ins Orchester hineinzugehen, um die Details von Strauss’ Komposition in Aktion zu sehen.
Tilson Thomas ist hier Zeremonienmeister, ebenso wie Dozent und Dirigent. Wie sich Barrie Gavin erinnert, „war das, was er sehr gut machte, Strauss’ Qualen und seine Angst vor schlechten Kritiken in der Darstellung der gemeinen Kritiker zu vermitteln.“ Die Idee des kämpfenden Musikers führte sogar dazu, dass Tilson Thomas vorschlug, in einer Rüstung aufzutreten, bis auf die Schwierigkeiten hingewiesen wurde, sich daraus zum Dirigieren zu befreien. Er und das Orchester hatten kürzlich zwei vielgelobte Aufnahmen von Strauss-Tondichtungen gemacht, und ihre Interpretation von Heldenleben wurde in den Seiten des Gramophone-Magazins als „herausragend“ gefeiert. Dort, wie auch im Film, war ein Höhepunkt die ausdrucksstarke Darstellung des wortlosen Rezitativs des Abschnitts „Begleiter des Helden“, gegeben vom damaligen Konzertmeister des Orchesters Alexander Barantschik, ein Zeugnis für die Qualitäten, die später Tilson Thomas dazu veranlassten, den Geiger nach Kalifornien einzuladen, um das San Francisco Symphony zu leiten.
Kenneth Chalmers
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