Hommage an Astor Piazzolla
Eine Dokumentation von Christopher Nupen
Besetzung
Quintett Ástor Piazzolla
Per Arne Glorvigen — Bandoneon
Alois Posch — Kontrabass
Vadim Sakharov — Klavier
Programmhinweise
Leidenschaft: das Wort, das das Leben und die Musik von Astor Piazzolla am besten zusammenfasst. Für Verfechter der Tangotradition zu „klassisch“, für Avantgardisten des zwanzigsten Jahrhunderts jedoch zu „traditionell“, brachte Piazzolla neue Leidenschaft in ein Genre, das nach Neuerfindung schrie. Seine Arbeit stieß sowohl in Europa als auch in Japan auf große Begeisterung, und in Piazzollas Heimat Argentinien entfachte sie solche Leidenschaft, dass er gelegentlich mit Drohungen und sogar Gewalt für seine radikalen Ideen konfrontiert wurde.
Nach einer Ausbildung bei dem argentinischen Großmeister Alberto Ginastera zog Piazzolla nach Paris und studierte bei der legendären Nadia Boulanger (die unter anderem auch Michel Legrand, Aaron Copland, Elliott Carter und Philip Glass unterrichtete), deren Ermutigung entscheidend für die Gestaltung von Piazzollas künstlerischen Ambitionen war. Sein tango nuevo belebte die Form neu, fügte neue Instrumente hinzu und erweiterte die harmonischen und melodischen Möglichkeiten des Tangos für kommende Generationen.
Durch Interviews und Konzertaufnahmen (unter anderem mit Gidon Kremer, dem lettischen Violinvirtuosen, der Piazzollas Musik weiterhin fördert) bietet dieser Film von Christopher Nupen – einem Musikdokumentarfilmer par excellence – ein lebendiges Porträt einer dynamischen Persönlichkeit, die die Schnittstelle von Improvisation, Interpretation und Komposition so perfekt überspannte.
