
Ástor Piazzolla
11. März 1921 - Mar del Plata (Argentinien) — 4. Juli 1992 - Buenos Aires (Argentinien)
Über
Piazzolla, König des Tangos, erhielt zu seinem achten Geburtstag von seinem Vater ein Bandoneon. Zunächst enttäuscht, übte er das Instrument dennoch unermüdlich und erreichte bis 1938 ein professionelles Niveau. Piazzolla, begleitet von seinem Bandoneon, sorgte mit Success im unbeschwerten Argentinien der 1930er Jahre für Furore. In Orchestern, Konzertsälen und Tanzlokalen begleitete der junge Musiker Sänger, fertigte Orchesterarrangements an und transkribierte die schönsten Lieder für sein Instrument. Sein Handwerk lernte er durch Übung.
Ab den 1950er Jahren wollte Piazzolla sein Studium in Frankreich fortsetzen und wandte sich der klassischen Musik zu, die er immer bewundert, aber nie wirklich gespielt hatte. Der Tangospieler traf die unvergleichliche Nadia Boulanger, die ihm einige Unterrichtsstunden gab, ihn aber vor allem ermutigte, zu seinen eigenen argentinischen Wurzeln zurückzukehren.
Zurück in Buenos Aires gründete Piazzolla 1957 sein eigenes Orchester, die Orquesta de Cuerdas y Octeto Buenos Aires, und förderte seine eigene Musik, um die Tradition des Tangos weiterzuentwickeln. Piazzollas Sicht auf den Tanz war so radikal anders, dass seine ersten innovativen Aufnahmen eine Kontroverse auslösten. Mit dem Bestreben, verschiedene Genres zu durchbrechen, erweiterte der Musiker seinen Horizont und verband Jazz, zeitgenössische Musik und Gesang mit seinem Tango.
Piazzolla hinterließ eine sehr charakteristische Musik, die Lachen und Tränen, Tanz und Kontemplation hervorruft. Manchmal melancholisch und immer sinnlich, fanden Piazzollas Werke eine großartige Balance zwischen Genres, Stilen und Epochen. Der Komponist und Instrumentalist machte zahlreiche Aufnahmen und hinterließ ein zeitloses Werk.