Yuri Temirkanov dirigiert Berlioz und Tschaikowski.
Philharmonisches Orchester St. Petersburg
Besetzung
Programmhinweise
Temirkanovs Liebe zu Tschaikowski ist während dieser Aufführung deutlich spürbar. Die Tropfen des Alpenwasserfalls, die Temirkanov mit absoluter Präzision seiner hyper-expressiven, stablosen Hände zu betonen scheint, umgeben eine weitere reizvolle Vision: die Alpenfee, diesmal dynamisch schattiert über die Erwartungen der Partitur hinaus. Mit seinen Echoes der Verzweiflung des Individuums in einer rustikalen Landschaft, die in Berlioz' Symphonie fantastique leichter getragen wird, besitzt der leicht gekürzte pastorale dritte Satz eine ideale Flüchtigkeit und eine weitere wunderschöne detaillierte Coda.
Die drei Zugaben dienen als kleine Meisterklassen von Temirkanovs Kunst. Das Pas de deux aus dem Nussknacker, komplett mit diesen verlängerten Blechakkorden, zeigt erneut eine Freiheit in den absteigenden Cello-Phrasen, die man nicht lernen, sondern nur fühlen kann – kreative Dirigierkunst in ihrer größten Form.
Temirkanov weiß, dass er nur den breitesten Schwung und Gesten geben muss, um das richtige Ergebnis zu erzielen, und der klimaktische Trauermarsch, das unverkennbare russische Blech in voller Entfaltung, ist expansiver und mitreißender als man es je anderswo hören wird.



