Sylvain Cambreling dirigiert Schubert — Mit Jonas Kaufmann, Juliane Banse, Hermine May, Deon van der Walt und Hermann Prey
NDR Elbphilharmonie Orchester in der Abtei Zwiefalten
Besetzung
Hermann Prey — Bass
NDR Chor
Roberto Seidel — Chorleiter
NDR Elbphilharmonie Orchester
Programmhinweise
Hören Sie einen jungen Jonas Kaufmann in einem von Schuberts größten Werken!
Wenn wir die emotionale Tiefe, die formale Meisterschaft und das unheimliche Gespür für Melodie hören, die Schuberts symphonische und chorische Werke auszeichnen, ist es leicht, sich einen reifen Komponisten vorzustellen. Aber wie Mozart, der mit 35 starb, verdichtete Schubert eine bemerkenswert produktive Schaffenszeit in seine kurzen 31 Jahre – fast so, als hätte er gewusst, dass seine Zeit tragisch begrenzt war.
Seine geliebte „Unvollendete“ Symphonie – in nur zwei Sätzen, nicht den üblichen vier – war möglicherweise tatsächlich so beabsichtigt. Obwohl ein vermeintlicher Entwurf eines dritten Satzes Scherzo identifiziert wurde, glauben einige Wissenschaftler, dass dieser vom Komponisten vor der Veröffentlichung verworfen wurde. Und das Werk spricht für sich, so wie es steht, besonders in dieser exquisiten Interpretation des NDR Sinfonieorchesters unter der Leitung von Sylvain Cambreling, der die melancholische Stimmung des Meisterwerks vermittelt, die manche als autobiografisch ansehen, angesichts dessen, was wir über die fragile Gesundheit des Komponisten und sein wenig glückliches Liebesleben wissen.
Cambreling rundet das Programm mit dem letzten Messwerk des Wiener Meisters ab, einer monumentalen missa solemnis in Es-Dur. Inspiriert von Beethoven – dessen Beerdigung Schubert als Fackelträger beiwohnte – und erinnernd an Bach, Haydn und Mozart, scheint sie auch fast Verdis Requiem und Bruckners grandiose Messen vorwegzunehmen mit ihrem harmonischen Reichtum, kontrapunktischen Einfallsreichtum und dem Wechselspiel von Chören, Solostimmen und Orchesterabschnitten. Entdecken Sie dieses Wunder der geistlichen Musik in einer Aufführung von 1997 aus dem Dom von Zwiefalten, mit einer beeindruckenden Besetzung aus Chor, Orchester und Solisten – darunter ein gewisser Superstar-Tenor, früh in seiner kometenhaften Karriere…
