Fabio Luisi dirigiert Brahms und Nielsen.
Dänisches Nationales Symphonieorchester
Besetzung
Soo-Jin Hong — Violine
Soo-Kyung Hong — Cello
Fatma Said — Sopran
Palle Knudsen — Bariton
Dänisches Nationales Symphonieorchester
Fabio Luisi — Dirigent
Programmhinweise
Wie versöhnt man sich mit einem Freund, den man verletzt hat? Wenn man Johannes Brahms ist, widmet man ihm natürlich sein letztes großes Orchesterwerk...
Als Brahms’ langjähriger Freund, der Geiger Joseph Joachim, sich von seiner Frau Amalie (einer renommierten Altistin) trennte, stellte sich Brahms auf Amalie’s Seite und fand sich plötzlich von Joseph entfremdet wieder. Als Zeichen des guten Willens entschied er sich, das 1887 entstandene Doppelkonzert für Violine und Violoncello seinem langjährigen Freund und Mitarbeiter zu widmen – eine Geste, die glücklicherweise die beabsichtigte Wirkung erzielte. Wenn das Werk ein musikalisches Porträt der Freundschaft ist, ist es passend, dass in dieser schönen Aufnahme von 2019 die Solopartien von einem Schwesternpaar übernommen werden: Soo-Jin Hong, einer Geigerin mit exquisiter Phrasierung, und Soo-Kyung Hong, deren Cello mit warmem und elegantem Ton erklingt.
Im zweiten Teil des Programms erkundet das Dänische National-Symphonieorchester unter dem anspruchsvollen Dirigat von Fabio Luisi seine nationalen Wurzeln mit einer perfekten Interpretation der Sinfonia Espansiva des dänischen Komponisten Carl Nielsen, der sie als „eine Hymne an die Arbeit und den einfachen Menschen“ beschrieb. Das Stück schwankt zwischen verschiedenen Tonarten und extremen Stimmungen, besonders im dritten Satz: melodisch, idyllisch, energiegeladen, fast episch. Der vierte Satz erinnert manche Brahms-Fans übrigens vielleicht an einen gewissen grandiosen Moment aus seiner Ersten Symphonie...
