Mariss Jansons dirigiert Bruckner und Haydn
Königliches Concertgebouw-Orchester
Besetzung
Programmhinweise
In vielerlei Hinsicht könnten Haydn und Bruckner als gegensätzliche Pole erscheinen. Haydn besaß ein natürliches musikalisches Talent, während Bruckner ein Spätzünder war. Haydn war ein selbstbewusster Profi, der Musik für Hochzeiten und Partys ebenso mühelos schrieb wie für große Adelige, während Bruckner mühsam voranschritt und oft von Unsicherheitsgefühlen geplagt wurde. Doch trotz ihrer vielen Unterschiede schufen beide herausragende Musik, wie in diesem Konzertprogramm zu sehen ist.
Das lange als verschollen geltende Cellokonzert in C-Dur von Haydn wurde 1961 in der Radenin-Sammlung des Prager Nationalmuseums wiederentdeckt. Das Konzert erwies sich als von großer musikalischer Qualität, und da es nur sehr wenige großartige klassische Cellokonzerte gibt, wurde es schnell Teil des Standard-Cellorepertoires. Der melodische und großzügige Charakter des Werks sowie das wunderschön singende Adagio machen es zu einem Musterbeispiel des klassischen Geistes.
Bruckners Sinfonie Nr. 4 war die erste in einer Reihe bedeutender symphonischer Werke des Komponisten. Die Sinfonie entstand in einem langen und mühsamen Prozess, in einem schwierigen Kompositionsjahr für Bruckner, in dem er mehrere berufliche Rückschläge erlebte. Dennoch hat diese Sinfonie großen Erfolg gefunden, insbesondere durch ihren Scherzo-Satz. Die programmatische Struktur der Sinfonie verleiht ihr eine starke Ähnlichkeit mit mittelalterlicher Musik, ein modisches Merkmal für die Romantiker, das schließlich zum Namen des Werks führte.

