
Mariss Jansons
14. Januar 1943 - Riga (Lettland) — 30. November 2019
© Matthias Schrader
Über
Mariss Jansons wurde im September 2004 der sechste Chefdirigent des Royal Concertgebouw Orchesters. Seit 1988 trat er mehrfach als Gastdirigent in Amsterdam auf. Geboren in Lettland und wohnhaft in St. Petersburg, war Herr Jansons von 1979 bis 2000 Chefdirigent des Oslo Philharmonic Orchestra, in dessen Zeit er das Ansehen des Orchesters auf internationales Niveau hob. Anschließend hatte er mit gleichem Erfolg die Position des Musikdirektors beim Pittsburgh Symphony Orchestra inne. Seit September 2003 ist er Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks in München, eine Position, die er mit seiner Tätigkeit beim Royal Concertgebouw Orchestra kombiniert.
Der junge Mariss Jansons wurde in Riga geboren und zog im Alter von dreizehn Jahren in die damals Leningrad genannte Stadt. Sein Vater, Arvid Jansons, war ein renommierter Dirigent, der mehrere Jahre als Stellvertreter von Yevgeni Mravinsky, dem Leiter des Leningrader Philharmonischen Orchesters, tätig war. Seine Mutter war Opernsängerin. Herr Jansons studierte Violine, Klavier und Orchesterleitung am Leningrader Konservatorium. 1969 setzte er seine Studien bei Hans Swarowsky in Wien und Herbert von Karajan in Salzburg fort. Nur zwei Jahre später gewann er den Internationalen Herbert von Karajan Wettbewerb in Berlin.
Die Zusammenarbeit von Mariss Jansons mit dem Orchester von St. Petersburg begann 1973, als Mravinsky ihn einlud, sein Assistent zu werden. Seitdem unternahm er mit diesem Orchester mehrere große Tourneen. Als Leiter des Oslo Philharmonic Orchestra und des Pittsburgh Symphony Orchestra trat Mariss Jansons in einigen der wichtigsten Musikzentren Europas, Amerikas und Japans auf und war Gast beim Lucerne Festival, dem Edinburgh Festival und den BBC Proms. Jedes Jahr wird er zu den Salzburger Festspielen eingeladen und hat seine eigene Konzertreihe im Wiener Musikverein.
Als Gastdirigent trat Mariss Jansons mit Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, den Wiener Philharmonikern, dem Boston Symphony Orchestra, dem Chicago Symphony Orchestra, den Orchestern von Cleveland und Philadelphia, dem New York Philharmonic, dem Israel Philharmonic Orchestra und dem London Symphony Orchestra auf. Er war auch Hauptgastdirigent des London Philharmonic Orchestra. Im Jahr 2006 dirigierte er das Neujahrskonzert in Wien.
Neben den vielen bekannten Schallplatten und CDs, die er mit dem Oslo Philharmonic Orchestra und dem Royal Concertgebouw Orchestra aufgenommen hat, hat Herr Jansons auch mit Orchestern wie den Berliner und Wiener Philharmonikern, dem Philadelphia Orchestra und dem London Philharmonic Orchestra aufgenommen. Viele dieser Aufnahmen gewannen internationale Preise, darunter einen Edison- und einen Grammy Award. Eine Reihe von Aufnahmen mit dem Royal Concertgebouw Orchestra auf dessen eigenem Label RCO Live erhielt begeisterte Anerkennung von Publikum und Presse gleichermaßen.
Mariss Jansons wurde für seine Leistungen mit verschiedenen internationalen Ehrungen ausgezeichnet, darunter das Verdienstkreuz von König Harald von Norwegen sowie Mitgliedschaften in der Royal Academy of Music in London und der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Im Mai 2006 wurde ihm der Orden der Drei Sterne, Lettlands höchste staatliche Auszeichnung, verliehen.