Programm

Ludwig van Beethoven, Violin Concerto in D Major, Op. 61

1. Allegro ma non troppo

2. Larghetto

3. Rondo - Allegro

Johann Sebastian Bach, Partita for Solo Violin No. 2 in D Minor, BWV 1004

3. Sarabanda

Leonid Kogan spielt Beethovens Violinkonzert im Jahr 1966.

Nationales Orchester des ORTF, Louis de Froment

Abonnenten

Besetzung

Leonid Kogan  — Violine

Orchester des ORTF

Louis de Froment  — Dirigent

Programmhinweise

Zu früh gegangen, der russische Geigenprinz nahm in Paris eine denkwürdige Aufführung eines Beethoven-Konzerts auf.

Als Kind konnte der junge Leonid nicht einschlafen, ohne dass sein Vater Boris, ein professioneller Fotograf und Amateurgeiger, für ihn spielte. Fasziniert vom Klang des Instruments wollte er auch spielen, und sein Vater brachte ihm die Grundlagen bei. Im Alter von zehn Jahren besucht er die Klassen am Moskauer Konservatorium bei Abraham Yampolsky, einem Schüler des berühmten Pädagogen Leopold Auer. Damit er dies tun konnte, mussten seine Eltern mit ihm von der Ukraine nach Moskau ziehen. Er macht sehr schnelle Fortschritte, und 1936 sagt der Geiger Jacques Thibaud, der Moskau besucht, ihm eine außergewöhnliche Zukunft voraus.

Thibaud hatte recht. Doch der Tod, der Leonid Kogan im Alter von achtundfünfzig Jahren bei einem Zugunglück nahm, verhinderte, dass er all seine musikalischen Träume verwirklichen konnte. Unersättlich, um nicht zu sagen bulimisch, lebt Kogan mehrere Leben: die eines Kammermusikers, eines Konzertgeigers (er ist in der Lage, bei einem Konzert bis zu drei Konzerte zu spielen), eines Entdeckers neuer Repertoires (er ist der erste sowjetische Geiger, der die Konzerte von Berg, Barber und Jolivet spielt), eines Familienmenschen (er ist mit der Schwester von Emil Gilels verheiratet) und eines... Autoliebhabers!

Um ein solches Leben zu führen, musste Kogan, ein Jude in der UdSSR unter Stalin, viele Hindernisse überwinden. Sein erster Preis beim Queen Elisabeth Wettbewerb in Belgien, bei dem David Oïstrakh und Jacques Thibaud in der Jury saßen, öffnete ihm Türen. 1955 debütierte er in London und Paris, bevor er in den Vereinigten Staaten mit Brahms’ Violinkonzert unter der Leitung von Pierre Monteux in Boston triumphierte: Das Publikum spendete ihm eine zehnminütige Ovation.

1966 ist Leonid Kogan in Paris und interpretiert Beethovens Konzert für Violine und Orchester in D-Dur mit dem Nationalorchester der ORTF unter der Leitung von Louis de Froment: Zunächst beeindruckt die Reinheit seines Klangs, dann die extreme Eleganz seines Spiels und seine zurückhaltende Sensibilität. Nach dem beethovenschen Fresko folgt Kogan mit einer Darbietung von Bachs Partita Nr. 2 in d-Moll, die dem Publikum als Zugabe angeboten wird.

Ein Weg, das hier von diesem Geigenprinzen erreichte perfekte Gleichgewicht zu messen.

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