Gidon Kremer spielt Alban Bergs Konzert für Violine.
Sir Colin Davis, Bayerisches Staatsorchester
Besetzung
Programmhinweise
Bergs Konzert für Violine, ein intensives Werk, geprägt von Trauer, interpretiert vom Geiger Gidon Kremer.
Alban Bergs Violinkonzert, gewidmet „Zum Andenken an einen Engel“, wurde 1935 komponiert. Die Widmung ist kein poetischer Bezug. Der vom Komponisten erwähnte „Engel“ ist Manon Gropius, Tochter von Alma Mahler (Gustav Mahlers Ex-Frau) und Walter Gropius, Architekt und Gründer der Bauhaus-Bewegung. Alban Berg, ein enger Freund des Gropius-Paares, war tief betroffen vom Tod Manons im jungen Alter von 18 Jahren.
Alban Bergs Konzert für Violine ist eine Komposition, die auf einer musikalischen Reihe basiert, d. h. einer Folge von zwölf Tönen (der gesamten chromatischen Tonleiter), die vom Komponisten frei organisiert wurde. Die serielle Komposition wurde von Bergs Lehrer Arnold Schönberg erfunden, um Komponisten vom traditionellen harmonischen System zu befreien. Der Grundstein der gesamten Komposition ist das musikalische Zitat eines Chorwerks von Bach, das die Not der Menschen in der materiellen Welt und ihre Hoffnung auf Erlösung durch den Tod ausdrückt: „Es ist genug!/So nimm, Herr, meinen Geist/zu Zions Geistern hin.“ („It is enough!/Therefore, Lord, take my spirit/from here to the spirits of Zion.“).
