Andris Nelsons dirigiert Beethoven, Scriabin und Dean – mit Pierre-Laurent Aimard und Håkan Hardenberger
Königliches Concertgebouw-Orchester
Besetzung
Håkan Hardenberger — Trompete
Pierre-Laurent Aimard — Klavier
Königliches Concertgebouw-Orchester
Andris Nelsons — Dirigent
Programmhinweise
"Ach! Ach! Nachkommen der fruchtbaren Tethys und dessen, der mit seinem schlaflosen Strom die ganze Erde umkreist, Kinder eures Vaters Oceanus, seht, seht mit welchen Fesseln ich auf dem Gipfelfelsen dieser Schlucht meine beneidenswerte Wache halten soll." — Aischylos, Prometheus gebunden
Prometheus stiehlt das heilige Feuer von Olympia, das Wissen der Götter, und teilt es mit sterblichen Menschen: der Beginn der menschlichen Zivilisation. Um ihn für seine Übertretung zu bestrafen, bindet Zeus ihn an einen Felsen und verurteilt ihn zu einem grausamen und gnadenlosen Schicksal: Jeden Tag frisst ein Adler seine Leber (die als Sitz der menschlichen Emotionen gilt), die jede Nacht nachwächst, sodass sein Leiden täglich von Neuem beginnt.
Der Prometheus-Mythos, unendlich anregend, hat in jeder Epoche musikalische Adaptionen erfahren: Während Beethoven (in dem einzigen Ballett, das er je schrieb) darin die Qual des Künstlers sieht, der von Zweifel zerfressen wird und unaufhörlich sein eigenes Universum neu erschafft, formt Scriabin ihn ein Jahrhundert später zu einem sinfonischen Gedicht mit begleitender Lichtshow. In jüngerer Zeit setzt der zeitgenössische Komponist Brett Dean die Rolle des Superhelden, der sich der ganzen Welt entgegenstellt, in Dramatis Personae neu in Szene. Unter der Leitung von Andris Nelsons tritt das Royal Concertgebouw Orchestra zusammen mit Håkan Hardenberger an der Trompete für Deans Werk und Pierre-Laurent Aimard am Klavier in Scriabin auf.


