Geisterlicht von John Neumeier, Musik von Schubert
Hamburg Ballett
Besetzung
John Neumeier — Choreograf, Kostümbildner(in), Bühnenbildgestaltung, Beleuchtungsdesigner
Jürgen Rose — Kostüme
Das Hamburger Ballett
David Fray — Klavier
Programmhinweise
“[Ghost Light] ist wie die einzelnen Instrumentallinien einer Symphonie—oder ein traditionelles japanisches Mahl: eine Abfolge sorgfältig arrangierter, hoffentlich ‘köstlicher’ Miniaturen. Wie sich die einzelnen Teile zu einem vollständigen Werk vereinen, wird davon abhängen, wann wir wieder nahekommen und uns berühren dürfen.” —John Neumeier
Ein “Geisterlicht”—eine einzelne Lampe, die die Bühne beleuchtet, wenn Proben oder Aufführungen beendet sind—ist Teil einer langen theatralischen Tradition. Der Legende nach wurde das Nachtlicht ursprünglich eingeschaltet, damit die Geister ehemaliger Künstler die ganze Nacht hindurch herumtollen konnten, ohne die aktuellen Aufführungen zu stören! Auf dem Höhepunkt der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020 fanden sich unzählige Bühnen von solchen Geisterlichtern erleuchtet, in Erwartung der Rückkehr von Musik und Tanz.
Das Hamburg Ballett war eine der ersten Ballettkompanien weltweit, die nach dem ersten Lockdown in ihre Studios zurückkehrte. Unter Einhaltung eines strengen Hygienekonzepts schuf der große John Neumeier Ghost Light, ein neues abendfüllendes Ballett, für sein gesamtes Ensemble von 55 Tänzern. Eine höchst willkommene “Rückkehr zum reinen Tanz” (Bachtrack), beschäftigt sich das Werk mit Isolation und den Gefühlen und Fantasien, die eine leere Bühne hervorruft. Entwickelt in Fragmenten mit kleinen Gruppen von Tänzern (darunter auch reale Paare) und unter den durch COVID-19 auferlegten Einschränkungen, spiegelt Neumeiers Choreografie Situationen, Ängste, Beziehungen, Erinnerungen und Emotionen wider, die während der Pandemie erlebt wurden. Die wunderschöne Solo-Klaviermusik wird vom Starpianisten David Fray gespielt, dessen außergewöhnliche Aufnahmen von Werken Schuberts den Choreografen inspirierten.
