
Edvard Grieg
15. Juni 1843 - Bergen (Norwegen) — 4. September 1907 - Bergen (Norwegen)
Über
Edvard Grieg, ein Norweger in Leipzig
Edvard Grieg, ein unbestrittener Meister der kurzen Stücke, wurde in eine kultivierte norwegische Familie geboren. Seine Eltern ermutigten ihn, seine Heimat im frühen Alter von fünfzehn Jahren zu verlassen, um seine Ausbildung in Deutschland zu vervollständigen. Er studierte bei Moscheles und Reinecke in Leipzig, wo er die deutschen Romantiker entdeckte und insbesondere Schumanns Klavierkonzert hörte, gespielt von Clara Wieck. Im Jahr 1863, während einer Reise durch Kopenhagen, traf der Komponist Niels Gade, der ihn ermutigte, einen Mittelweg zwischen Romantik und Nationalismus zu suchen.
Die skandinavischen Landschaften in Griegs Kompositionen
Zurück in Norwegen beschloss Grieg, sich von der deutschen Romantik seiner ersten Werke zu distanzieren, um sich auf die nationale Folklore zu konzentrieren. Seine Lyrischen Stücke für Klavier fanden Bewunderung sowohl bei Franz Liszt als auch bei Johannes Brahms. Sein Ruhm verbreitete sich, und sein Klavierkonzert (1868) begründete seinen Ruf als Komponist, der über die Grenzen des Nordens hinaus anerkannt wurde.
Poesievoll und lyrisch ist Griegs Stil am besten in seinen kurzen Stücken zu erkennen, insbesondere in denen für Klavier oder Gesang. Sein Schreiben war stets melodisch, seine Harmonien nie konventionell, und er hinterließ zahlreiche inspirierte Stücke, die die Landschaften des Nordens widerspiegeln. Nach seiner Begegnung mit Ibsen komponierte Grieg die Bühnenmusik Peer Gynt (1875), aus der er zwei Orchestersuiten ableitete, die ihm internationalen Ruhm einbrachten. Manchmal konventionell in den größeren musikalischen Formen (Sonaten und Konzerte), war Griegs Musik stets poetisch und geschickt mit dem diskreten Charme momentaner Evokation.