Strawinskys Ödipus Rex
Julie Taymor (Regisseurin), Seiji Ozawa (Dirigent) – Mit Jessye Norman (Jokaste), Bryn Terfel (Kreon), Philip Langridge (Ödipus)...
Besetzung
Julie Taymor — Bühnenregisseur, Masken, Bildhauer
George Tsypin — Bühnenbildner
Emi Wada — Kostümbildner
Jean Kalman — Beleuchtungsdesigner
Bobby Bukowski — Kameramann / Chefkameramann
Reiko Kruk — Make-up-Artist
Suzushi Hanayagi — Choreograf
Kayoko Shiraishi — Erzähler
Programmhinweise
Eine meisterhafte japanische Produktion mit den Kostümen von Julie Taymor und bildreichen Bühnenbildern (würdig für Chéreau oder Wieland Wagner!), der Regie von Seiji Ozawa und einem beeindruckenden Vokalensemble (eine atemberaubende Jessye Norman als Iokaste, der Tenor Philip Langridge als Ödipus, Bryn Terfel als Kreon). „Wir Sänger haben eine andere Verantwortung als andere Musiker. Wir haben Worte, die wir vermitteln müssen; wir haben Bedeutungen, die wir durch diese Texte vermitteln müssen“, bekräftigt die Sopranistin – eine besonders große Verantwortung für diese Adaption der griechischen Tragödie, in der der Wert der Worte dem russischen Komponisten nicht entging.
Beeindruckt von Jean Cocteaus Umarbeitung von Antigone bat Strawinsky den Dichter um eine Adaption von Ödipus Rex. Das daraus entstandene Libretto vereint die Schlüsselszenen der Tragödie von Sophokles, übersetzt vom Abbé Jean Daniélou ins Lateinische – eine Sprache, die laut dem Komponisten „nicht tot, sondern in Stein gemeißelt ist und so imposant, dass sie gegen jede Popularisierung immun ist“. Ein Erzähler umreißt uns die Handlung: Als Ödipus, König von Theben und unglücklicher Nachkomme von Laïos, sein doppeltes Verbrechen des Vatermords und Inzests entdeckt, sticht er sich die Augen aus, und Iokaste, Witwe und Komplizin im Inzestverbrechen mit ihrem Sohn, erhängt sich… Die Oper-Oratorium ist für Gesang, Erzähler, Solisten und Männerchor geschrieben und wurde 1927 in Paris unter der Leitung des Komponisten selbst uraufgeführt!
