Mozarts Die Schuldigkeit des ersten Gebots
John Dew (Regisseur), Josef Wallnig (Dirigent) — Mit Michiko Watanabe (Göttliche Gerechtigkeit), Bernhard Berchtold (Geist des Christentums), Cordula Schuster (Göttliche Barmherzigkeit)...
Besetzung
John Dew — Bühnenregisseur
Heinz Balthes — Bühnenbildgestaltung
José-Manuel Vázquez — Kostümbildner(in)
Michiko Watanabe — Göttliche Gerechtigkeit
Bernhard Berchtold — Geist der Gerechtigkeit
Cordula Schuster — Göttliche Barmherzigkeit
Peter Sonn — Ein Christ
Christiane Karg — Weltoffenheit
Programmhinweise
Innerhalb der Großen Halle des Salzburger Mozarteums erklingt eine Oper mit kindlichen, fast schon grotesken Melodien und einem göttlichen Sinn für Musikalität. Beim Salzburger Festspiel 2006 erwachen zahlreiche allegorische Figuren in John Dews farbenfrohen Kostümen und komischer Inszenierung zum Leben, die an Bilder eines Kindertheaterstücks erinnern – was passend ist, da der Komponist Wolfgang Amadeus Mozart kaum elf Jahre alt war, als er diese allererste Oper komponierte.
Seit ihrer Enthüllung im März 1767 erhielt Die Schuldigkeit im Universitätszeitungsbericht reichlich Lob für die Qualität ihrer Komposition. Zweifellos unterstützt von seinem Vater komponierte Mozart nur den ersten Teil, den er als ein „geistliches Singspiel“ beschrieb; Michael Haydn und Anton Cajetan Adlgasser komponierten die beiden folgenden Teile, die uns heute verloren sind. Mozarts Werk ist eher einem Oratorium als einer Oper ähnlich und teilt viele Merkmale mit dem Singspiel, einer halb gesungenen, halb gesprochenen Form, die im 19. Jahrhundert in der deutschen Oper prominent wurde.
In derselben Stadt, in der Mozarts Talent geboren wurde, erwachen Jahrhunderte später erneut die allegorischen christlichen Figuren der „Göttlichen Gerechtigkeit“, der „Göttlichen Barmherzigkeit“ und des „Geistes des Christentums“ abwechselnd, um schlafende Christen aufzuwecken und sie aus dem Einfluss des „Geistes der Welt“ zu befreien. Diese skurrile, komische Schöpfung zeigt bereits die bemerkenswerte Sicherheit, mit der Mozart viele der zeitlosen Favoriten des Operngenres komponieren sollte.
