Mozarts Betulia liberata
Christoph Poppen (Dirigent) — Mit Jeremy Ovenden (Ozia), Marijana Mijanovic (Giuditta), Julia Kleiter (Amital)...
Besetzung
Jeremy Ovenden — Ozia
Marijana Mijanovic — Giuditta
Julia Kleiter — Amital
Franz-Josel Selig — Achior
Irena Bespalovaite — Cabri
Jennifer Johnston — Carmi
Concert Association of the Vienna State Opera Chorus
Andreas Schüller — Chorleiter
Programmhinweise
Inspiriert vom biblischen Buch Judith ist Betulia liberata ein Oratorium, das Mozart in seiner Jugend für die Stadt Padua während seiner allerersten Italienreise komponierte. Doch das Schicksal dieses Werks ist von Geheimnissen umgeben: Obwohl es vom Prinzen von Aragon für die Fastenzeit in Auftrag gegeben wurde, gibt es keinen Nachweis, dass es jemals aufgeführt wurde. Andererseits weisen historische Aufzeichnungen auf eine Premiere eines Werks mit genau demselben Namen im Jahr 1771 in Padua hin (im selben Jahr!), komponiert von Giuseppe Calegari. Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass das Werk ersetzt wurde, weil es zu spät geliefert wurde, oder einfach ganz abgesagt wurde.
Das Libretto von Pietro de Metastasio konzentriert sich auf die Figur des Achior (Franz-Josef Selig), Fürst der Assyrer, während der Belagerung der jüdischen Stadt Bethulien. Achior war überzeugt, dass der Glaube der Israeliten viel zu stark sei, um besiegt zu werden. In seiner Wut verbannte ihn sein Anführer Holofernes nach Bethulien. In der Stadt ist unterdessen Uzziah (Jeremy Ovenden) müde davon, von Nahrung und Wasser beraubt zu werden, und rebelliert, indem er zur Kapitulation aufruft. Giuditta (Marijana Mijanovic), eine trauernde junge Witwe, erhebt sich und ermahnt ihn, nicht zu verzweifeln: Gottes Glaube und Gnade siegen immer. Sie schmiedet einen Plan, um ihren Glauben zu beweisen, und weist die Bethulier an, sie an diesem Abend am Stadttor zu treffen. Einige Stunden später trifft sie sie dort, von Kopf bis Fuß in ihrer feinsten Kleidung, und verlässt die Stadt begleitet von ihrer Magd. Am nächsten Tag kehrt sie mit ihrem kostbaren Schatz zurück: dem Kopf von Holofernes in ihrer Tasche. Achior gibt nach einer theologischen Diskussion mit Uzziah seine polytheistische Religion auf.
Betulia liberata gehört zur Tradition der Oratorien, pastoralen Werken, die der Opera seria ähneln, sich jedoch durch das Fehlen von Inszenierung und Kostümen auszeichnen. Die Musiker des Münchener Kammerorchesters und der bezaubernde Chor der Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor führen es in einer unvergesslichen Aufführung unter der Leitung von Christoph Poppen auf, begleitet von den Stimmen der großartigen Jeremy Ovenden (Ozia), Marijana Mijanovic (Giuditta) und Franz-Josef Selig (Achior).
