Berlioz' Orphée et Eurydice, nach Gluck
Aurélien Bory (Regisseur), Raphaël Pichon (Dirigent) — Mit Marianne Crebassa (Orphée), Hélène Guilmette (Eurydice), Lea Desandre (Amour)
Besetzung
Aurélien Bory — Bühnenregisseur
Marianne Crebassa — Orpheus
Lea Desandre — Liebe
Ensemble Pygmalion — Orchester, Chor
Raphaël Pichon — Dirigent
Programmhinweise
Amour (Amor), Bote der Götter, kündigt Orpheus an, dass ihm erlaubt sein wird, in die Unterwelt hinabzusteigen, um seine Geliebte Eurydike zu retten. Seine Musik bringt Licht in die Schatten und besänftigt die Furien, doch sie kann die Ängste Eurydikes nicht beruhigen, wenn sie der Gleichgültigkeit gegenübersteht, die Orpheus vortäuschen muss, um ihr eine sichere Rückkehr ins Reich der Lebenden zu gewährleisten... Diese vieraktige Oper, basierend auf einem Libretto von Pierre-Louis Moline, wurde am 19. November 1859 im Théâtre Lyrique in Paris uraufgeführt; Berlioz, ein großer Bewunderer Glucks, entlehnte aus den ursprünglichen französischen und populären italienischen Vertonungen von Glucks Meisterwerk und synthetisierte diese Version für die legendäre Mezzosopranistin Pauline Viardot, deren Stimme an die vergangene Ära der Kastraten erinnerte, die in Glucks Zeiten die Titelrolle gesungen hatten.
Die Schönheit des Werks verdankt sich ebenso der Intensität der Arien wie der Ausdruckskraft des Orchesters und den spektakulären Beiträgen des Chores, der hier meisterhaft von Raphaël Pichon geleitet wird. Der Regisseur Aurélien Bory nutzt das symbolische Motiv des Blicks, wie ihn Orpheus auf Eurydike wirft, die er zu verlieren verurteilt ist, eindrucksvoll. Im ersten Akt macht ein riesiger Spiegel das Publikum auf seine eigene Zuschauerrolle aufmerksam, und in der Unterwelt erfährt das Bühnenbild eine Perspektivänderung, die die grausame Wendung des Schicksals widerspiegelt, der der Held zum Opfer fallen wird. Nach ihrem vielgelobten Auftritt in Fantasio beeindruckt Marianna Crebassa hier in der Titelrolle, wunderbar unterstützt von Hélène Guilmette als Eurydike und Lea Desandre als Amour.
