Lionel Hampton: King David Suite in München
Münchner Sommer Klavierfestival 1994
Besetzung
Lionel Hampton — Bandleader auf Deutsch heißt: Bandleader oder auch Bandleiter., Vibraphon
Staatliches Orchester Sankt Petersburg — Orchester
Alexander Tschernuschenko — Dirigent
Programmhinweise
Dieses Juwel eines Konzerts, vom Sommer-Klavierfestival 1994 in München, bietet einen seltenen Einblick in die späteren Jahre einer wahren Jazz-Ikone. Lionel Hamptons Bands waren berühmt dafür, sowohl die Jazz-Tradition in den 40er und 50er Jahren zu popularisieren und weiterzuentwickeln, als auch als Brutstätten für einige der größten Talente Amerikas zu dienen: Quincy Jones, Dinah Washington, Charles Mingus und Dizzy Gillespie. Obwohl sein Stil der Big-Band-Musik in den 60er Jahren aus dem Mainstream fiel, trat er weiterhin auf, bis er 1991 auf der Bühne einen Schlaganfall erlitt, der Hamptons Konzertspielzeit einschränkte. In seinem letzten Jahrzehnt trat er selten auf, sodass diese Show eine Art Abschied darstellt.
In einem scharfen Anzug und mit einem unermüdlichen Lächeln scheint Hampton nichts von seinem Charme oder seiner Ausstrahlung als Bandleader verloren zu haben. Er füllt die erste halbe Stunde mit einer wahrhaft erhabenen Aufführung der King David Suite, Hamptons wenig bekanntem symphonischem Meisterwerk, begleitet vom St. Petersburger Staatsorchester (geleitet von Alexander Tschernuschenko). Dann springt er von der klassischen Welt zurück in den Jazz-Bereich und feuert ein Repertoire voller Klassiker ab, von Gershwins „I Got Rhythm“ über „In The Mood“ bis hin zu „What A Wonderful World“, seinem letzten Stück, das „dem größten Jazzmusiker aller Zeiten, dem einzig wahren Louis Armstrong“ gewidmet ist. Ein weiterer bemerkenswerter Moment ist, als Hampton gegen Ende des Konzerts die Mallets gegen Stöcke tauscht und kurz ans Schlagzeug wechselt, um daran zu erinnern, dass der großartige Vibraphonist seine Karriere als Schlagzeuger begann.
