Einführung in Bachs Brandenburgisches Konzert Nr. 4 in G-Dur, BWV 1049
Von Nikolaus Harnoncourt. Concentus Musicus Wien
Besetzung
Concentus Musicus Wien
Nikolaus Harnoncourt — Dirigent
Programmhinweise
Nikolaus Harnoncourt und Bach, diese beiden Namen, die perfekt zusammenpassen, treffen hier wieder für das komplette Brandenburgische Konzert aufeinander.
"Dieses Konzert wird allgemein als ein echtes Triple-Konzert für Violine und zwei Flöten angesehen. Meiner Meinung nach ist es ein reines Violinkonzert und das virtuoseste, das Bach je geschrieben hat. Musikwissenschaftler hatten immer ihre Probleme mit den zwei Flöten. Bach bezeichnete sie als 'Flauti d'echo', und es gab alle möglichen Theorien darüber, welche Instrumente er gemeint haben könnte. Niemand dachte daran, die Erklärung in der Musik selbst zu suchen. Bach verwendet den Begriff 'flauto' immer für die Blockflöte, und 'd'echo' bedeutet nichts anderes, als dass die zwei Blockflöten im langsamen Satz, der um einen Echoeffekt aufgebaut ist, ihre Plätze im Orchester verlassen und von einem anderen Punkt im Raum oder außerhalb davon spielen, aber auf jeden Fall aus der Ferne. Starke Belege für diese Theorie finden sich am Anfang des letzten Satzes, wo das Tutti ohne die Blockflöten spielt, um ihnen genug Zeit zu geben, zu ihren Plätzen zurückzukehren." (Nikolaus Harnoncourt)
Bachs Brandenburgische Konzerte
, benannt nach ihrem Widmungsträger, dem Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg, sind seit der Gründung seines Ensembles Concentus musicus fester Bestandteil von Nikolaus Harnoncourts Repertoire. Das Ensemble hat sie aufgenommen und auf seinen Tourneen weltweit gespielt.
Der Impuls, der Harnoncourt 1953 zur Gründung des Concentus musicus führte, war seine Unzufriedenheit mit der traditionellen Aufführungspraxis früher Musik. Der ungewöhnliche und manchmal radikal andere Stil des Concentus musicus sowie die ausschließliche Verwendung historischer Instrumente sicherten dem Ensemble seinen internationalen Ruf. Harnoncourt führt in das Konzert mit einer bewegenden und faszinierenden Analyse des Werks ein. Interessante musikalische Beispiele, die Harnoncourt auf humorvolle und entspannte Weise einfügt, machen diese Einführung zu einem informativen und unterhaltsamen Leitfaden zu diesem Meisterwerk der Musik. Die Produktion wurde in der historischen Barockklosterbibliothek in Wiblingen, Deutschland, gefilmt.