Einführung in Bachs Brandenburgisches Konzert Nr. 1 in F-Dur, BWV 1046
Von Nikolaus Harnoncourt. Concentus Musicus Wien
Besetzung
Concentus Musicus Wien
Nikolaus Harnoncourt — Dirigent
Programmhinweise
Nikolaus Harnoncourt und Bach, diese beiden Namen, die perfekt zusammenpassen, treffen hier wieder für das komplette Brandenburgische Konzert aufeinander.
„Es ist sehr ungewöhnlich, dass ein Barockkonzert mit drei Sätzen plötzlich einem Werk mit vier Sätzen weicht, wie es hier der Fall ist. Meiner Meinung nach hat das medizinische Gründe: Das Publikum der Barockzeit war viel leidenschaftlichere Zuhörer, sie wurden von dem, was sie hörten, viel tiefer bewegt, und ich denke, Bach wollte den Zuhörer nach diesem aufregenden dritten Satz mit einer kleinen Suite beruhigen. Das Erste Brandenburgische Konzert ist dasjenige mit der größten Orchesterbesetzung, und das Orchester zeigt einige Besonderheiten hinsichtlich der verwendeten Instrumente: Es ist eines der ersten Stücke, in denen das Fagott als Soloinstrument behandelt wird. Im ersten Satz werden die Jagdhörner (sofort als solche erkennbar) in die Kunstmusik eingeführt, und dieser Satz ist eines von Bachs feinsten kleinen Stücken überhaupt. Dann verwendet er eine ‚violino piccolo‘, eine kleine Violine – nicht zu verwechseln mit einer Kindergeige –, die viel frecher klingt als ihre große Schwester.“ (Nikolaus Harnoncourt)
Bachs Brandenburgische Konzerte, benannt nach ihrem Widmungsträger, dem Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg, sind seit der Gründung seines Ensembles Concentus musicus ein fester Bestandteil von Nikolaus Harnoncourts Repertoire. Das Ensemble hat sie aufgenommen und auf seinen Tourneen weltweit gespielt.
Der Impuls, der Harnoncourt 1953 zur Gründung des Concentus musicus führte, war seine Unzufriedenheit mit der traditionellen Art der Interpretation früher Musik. Der ungewöhnliche und manchmal radikal andere Stil des Concentus musicus sowie die ausschließliche Verwendung historischer Instrumente sicherten dem Ensemble seinen internationalen Ruf. Harnoncourt führt in das Konzert mit einer bewegenden und faszinierenden Analyse des Werks ein. Interessante musikalische Beispiele, die Harnoncourt auf humorvolle und entspannte Weise einfügt, machen diese Einführung zu einem informativen und unterhaltsamen Führer durch dieses Meisterwerk der Musik. Die Produktion wurde in der historischen Barockklosterbibliothek in Wiblingen, Deutschland, gefilmt.