Glenn Gould, Die russische Reise
Das Projekt von 1957
Besetzung
Programmhinweise
Das Datum ist der 2. Mai 1957. Stalin ist vor vier Jahren gestorben und die „Perestroika“ liegt noch in weiter Ferne. Doch der kanadische Pianist Glenn Gould, der gerade einmal 24 Jahre alt ist, kommt zu einer außergewöhnlichen Tournee nach Moskau: Er ist der erste nordamerikanische Musiker, der hinter dem Eisernen Vorhang spielt.
Um etwas so Unglaubliches zu erreichen, waren monatelange Verhandlungen nötig. Dies ist die Geschichte, die die Dokumentation erzählt, indem sie Dokumente des kanadischen Außenministeriums offenlegt, die jahrelang geheim gehalten wurden.
Es ist schwer vorstellbar, dass die schwerfällige, misstrauische sowjetische Bürokratie mit einem so unkontrollierbaren jungen Mann wie Glenn Gould umgehen musste. Doch genau das geschah, was zweifellos vielen Menschen Albträume bereitete. Der Dolmetscher erinnert sich noch daran, dass Gould kategorisch ablehnte, im besten Hotel Moskaus zu schlafen, weil das Bett nicht genau so war, wie es sein sollte. Die Lösung wurde in der kanadischen Botschaft gefunden.
Berichte von Musikern wie Ashkenazy und Rostropovich, die Originalaufnahmen seiner Konzerte in Moskau und Leningrad sowie eine bisher unveröffentlichte Aufnahme seines Vortrag-Konzerts in Leningrad machen diese Dokumentation zu einem unschätzbaren Werk, das eine ganz andere Seite von Glenn Goulds Vergangenheit offenbart, die nur wenigen bekannt ist.