Gidon Kremer, Zurück zu Bach
Geigenvirtuose Gidon Kremer und Bach
Besetzung
Gidon Kremer — Violine
Programmhinweise
Es besteht kein Zweifel – dieser Mann ist genervt. Sein Geigenbogen saust wie ein Säbel durch die Luft. Immer wieder erfüllt der letzte Takt der berühmten E-Dur Partita für Solo-Violine die leere barocke Kirche in Lockenhaus. Gidon Kremer hat sich hier im österreichischen Bundesland Burgenland für mehrere Tage zurückgezogen, um Bachs drei Solo-Partiten aufzunehmen. Es wird seine letzte Begegnung mit diesen Meilenstein-Kompositionen der Violinenliteratur sein.
Der Film begleitet den berühmten Geigenvirtuosen eine Woche lang und zeigt Proben, Aufnahmesessions und Gespräche mit einigen vertrauten Vertrauten. Für Kremer, der in Lettland geboren wurde, ist dies eine wichtige Zeit in seinem Leben: „Bach begleitet einen Musiker ein Leben lang“, sagt er und erinnert sich an seine ersten Aufführungen der Werke des Komponisten. Kremer ist und war stets einer der eigensinnigsten und originellsten Künstler in der Musikszene.
Der Film zeigt außerdem seine weiteren Begegnungen mit den Werken von J.S. Bach. Anfang der 1980er Jahre, nachdem er in der Sowjetunion zur persona non grata erklärt wurde, zog Kremer in den Westen und nahm die Solo-Partiten auf. Die Phillips-Aufnahme ging in die Musikgeschichte ein und war jahrzehntelang der Maßstab in der Musikszene. Der junge Virtuose wurde über Nacht in der westlichen Welt berühmt. Archivaufnahmen zeigen den unbeholfenen, langhaarigen Kremer bei seinen ersten Konzerten – die Partiten hat er seit über zwanzig Jahren nicht mehr öffentlich gespielt.
Aber „es gibt wichtige Werke, zu denen man immer wieder zurückkehrt, weil sie die Quelle aller Musik sind. Und so verspürte ich den zunehmenden Wunsch, zu Bach zurückzukehren“.